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Elektroauto Pionier sucht Kooperationspartner in Deutschland

Sa, 6th September, 2008 - Posted by Thorsten -

Shai Agassi, der Gründer des Elektroauto-Projektentwicklers Better Place sucht deutsche Kooperationspartner, mit denen eine flächendeckende Infrastruktur für Batterie-Wechsel-Stationen aufgebaut werden kann. Agassi sieht die deutsche Autoindustrie noch nicht im Abseits, warnt allerdings davor, Elektroautos nur als Nischenprodukte zu sehen.

Shai Agassi hatte eine großartige Zukunft beim Unternehmenssoftware-Giganten SAP. Dort wurde er schon als neuer Chef gehandelt. Was das finanziell bedeutet, kann man ermessen, wenn man sich anschaut, was der SAP-Mitbegründer und Milliardär mit viel Geld für den Fußballverein Hoffenheim getan hat: Ein neues Stadion und Aufstieg von der Regionalliga in die Bundesliga. Doch das war Agassi anscheinend zu langweilig. Er schied aus dem Unternehmen aus, und gründete das Elektroauto-Projekt Better Place.

Better Place wird gemeinsam mit Großinvestoren 200 Millionen Dollar in die Hand nehmen, um ein flächendeckendes Netzwerk für Elektroautos in Israel aufzubauen. Mit 500.000 Batterie-Wechselstationen sollen die Fahrer von Elektroautos überall im Lande blitzschnell ihren kompletten Batterieblock austauschen können - sodass die Nutzung von Elektroautos genauso einfach möglich wird, wie mit kraftstoffgetriebenen Autos. Agassi wartet also nicht darauf, dass leistungsfähigere Akkus entwickelt werden, sondern baut eine zukunftsweisende Infrastruktur auf. Eine Sensation, wenn das auch in Deutschland klappen würde. Man überlege sich bloß, welche gigantischen Investionen das Land voranbringen würden - und was das für den weltweiten Status als Elektroautoland bedeuten würde.

Mit im Boot ist derzeit auch der Renault-Nissan-Konzern. Dieser entwickelt ein Batterie-Auto, das eine Reichweite von 200 Kilometern haben soll. Das Auto soll dann - wie bei Handy-Verträgen üblich - kostenlos abgegeben werden, wenn der Kunde einen Vier-Jahres-Vertrag über die Abnahme einer bestimmten Menge Strom unterschreibt. In welchen Kostendimensionen sich das abspielen wird, ist noch nicht richtig bekannt. Shai Agassi lädt auch die deutsche Autoindustrie ein, sich an Better Place zu beteiligen. Wenn sich VW, Daimler und BMW jetzt nicht richtig beteiligen, werden diese deutschen Firmen bei diesem Geschäft nicht mitspielen - man schaue nur auf den Markt für Hybridautos.

Category : Elektro

Comments

Kommentar von Wolf Sator September 14, 2008

Ob diese Rechnung aufgeht? Wieviel Strom muss ich zu welchem Preis abnehmen, damit der Erfinder dieser Idee, das kostenlos hergegebene Auto (40.000 €) in 4 Jahren bezahlen kann.

Mit meinem Peugeot 106 Electrique fahre ich 10.000 km im Jahr und bezahle bei Stromkosten von 0,17 € pro kWh dafür 500 €. In 4 Jahren also 2.000 €. Mein Auto ist allerdings 10 Jahre alt und längst abgeschrieben.

Andrerseits brauche ich jetzt bald einen neuen Batteriesatz (NiCd) um ~15.000 € und Reparaturkosten fallen auch an (~1000 € pro Jahr) und die neuen Fahrzeuge von Renault/Nissan haben wahrscheinlich die doppelte bis dreifache Reichweite der französischen Elektroautos von 1992-2002. Sind also wesentlich alltagstauglicher.

Auf einen Jahresvertrag über 10.000 € Stromabnahme bei kostenlosem Auto für 4 Jahre würde ich mich schon einlassen . . .auf mehr eher nicht . . . aber hier sind wir wieder bei der Kernfrage . . . kann die Rechnung für den Provider aufgehen?

Wahrscheinlich geht das erst mit sehr viel höheren Vertragskosten und mit massiver staatlicher Förderung. Ich bin neugierig was diesbezüglich in Isreal und Dänemark vom Staat kommen wird. Ansonsten wird Better Place eine genial ausgedachte Utopie bleiben und die Initiatoren werden ihr Geld anderswo gewinnbringender anlegen müssen.

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