So, 31st August, 2008 - Posted by
Also haben sie auf eine gewisse Art doch gestimmt, die Gerüchte, dass Continental einen anderen Zuliefererbetrieb kaufen wollte. Wennemer, Chef von Conti, der heute seinen letzten Arbeitstag beim Autozulieferer aus Hannover hat, hatte dies jüngst noch bestritten. Es war vermutet worden, dass Conti zukaufen wollte, um sich der Übernahme durch die Schaeffler-Gruppe zu entziehen. Das eine ist nicht geschehen, das andere irgendwie schon Das Familienunternehmen Schaeffler hat Continental nach zähem Ringen doch noch auf friedliche Weise übernommen. Wennemer, der sich verbissen und fast verbittert gewehrt hatte, nimmt heute endgültig seinen Hut bei Conti und verlässt das – wohl aufstrebende – Schiff.
Nun wurde bekannt, dass Continental fast 90 Prozent des Reifenhändlers Oltas aus der Türkei übernommen hat. Auch die Wettbewerbsbehörden der Türkei hatten nichts dagegen, so dass Oltas jetzt fast ganz in der Hand des Conti-Konzerns ist. Alan Hippe, der (künftige) stellvertretende Conti-Vorstandschef, der zugleich für das Geschäft mit den durch Continental hergestellten Reifen zuständig ist, sagte dazu: “Wir freuen uns sehr über die schnelle Freigabe. Jetzt können wir unsere Marktposition für Nfz- und Pkw-Reifen in der Türkei und in Osteuropa insgesamt Schritt für Schritt deutlich verbessern”. Oltas ist in der Türkei der Exklusivhändler für Reifen aus dem Hause Continental, Barum und Uniroyal – sowohl im Bereich der Pkw als auch im Bereich der Nutzfahrzeuge. Und mit der Übernahme von Oltas ist Continental sicher ein guter Schachzug im Sinne des geplanten Weges gelungen. Denn eines ist sicher: Die Türkei ist, auf die nächsten Jahre gesehen, einer der wichtigsten Wachstumsmärke und zwar auf ganz Europa bezogen. Im vergangenen Jahr hat Oltas unter dem Namen Oltas SPA gut 39 Millionen Euro Umsatz gemacht, und das mit rund 65 Mitarbeitern. Die Händlerdichte in der Türkei liegt derzeit bei über 200 Reifenshops, soll aber noch weiter ausgebaut werden.
Continental geht also strammen Schrittes in die Zukunft. Was noch alles folgen wird? Darauf kann man gespannt sein. Die Übernahme durch die Schaeffler-Gruppe scheint auf jeden Fall neuen Wind in den Unternehmensmief von Conti gebracht zu haben. Hoffen wir, dass es eine frische, wohltuende Brise ist und keine Abgasluft.
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