Die Bahn macht´s – wieder mal teurer

Kaum ein Unternehmen kann sich leisten, was die Bahn Jahr für Jahr mit ihren Kunden macht: Die Preise erhöhen, egal, ob genug Gewinn eingefahren wurde oder nicht. Zu sehr hat die Deutsche Bahn noch immer ein Monopol auf viele Strecken, siehe zum Beispiel den Fernverkehr. Wer nicht mit dem Auto fahren möchte oder gar auf die Schiene angewiesen ist, der muss mit der Bahn fahren, ob er es sich leisten kann oder nicht.

Gleich um durchschnittlich 3,9 Prozent werden die Preise zum Jahresende steigen. Dazu kommt der „Bedienzuschlag“, der die ganze Angelegenheit Bahn noch teurer machen wird. Das ehemalige Staatsunternehmen Bahn hatte es noch nie mit dem Kundenservice, ebenso wie das andere große Staatsunternehmen, die Post, aus der die Post AG und die Telekom AG hervorgingen. Teure Leistungen, aber ein schlechter Kundenservice. Dabei können die Mitarbeiter in den seltensten Fällen etwas dafür. Wenn die Handlungsanweisungen von oben dem Kundenservice widersprechen oder dem Mitarbeiter keine Zeit gewährt wird, auf die Wünsche des Kunden einzugehen, dann kann es nur schiefgehen. Bei der Telekom AG sieht man es immer mehr. Die Kunden laufen scharenweise davon, und dies nicht nur wegen der überhöhten Preise.

Nun zieht die Bahn die Preisschraube noch fester an. Und wirft wieder schale Argumente in den Raum, wie jedes Jahr zur gleichen Zeit. Der Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn, Karl-Friedrich Rausch, sagte heute: „Wir können die Kombination aus explodierenden Energiepreisen und zwei-stellig gestiegenen Personalkosten infolge des jüngsten Tarifabschlusses allein durch Effizienzsteigerungen nicht mehr kompensieren“. Nur Fakt ist nun mal eines: Andere Unternehmen haben auch Preissteigerungen und gehen trotzdem nicht so massiv mit ihren Preisen herauf wie die Bahn es tut. Das immer noch Fast-Monopol lässt grüßen. Der Staat ist übrigens immer noch der Eigner aller Bahnanteile und verdient kräftig mit. Vielen wissen gar nicht mehr, dass das ehemalige Staatsunternehmen indirekt immer noch eines ist. Doch die jährlichen Preiserhöhungen werden geduldet. Schließlich verdient man unter anderem an der Mehrwertsteuer noch mehr mit.

Die Worte Rauschs klingen dabei wieder mal wie eine Endlosschleife: „Wir haben uns jedoch für einen moderaten Anstieg der Fahrpreise entschieden, um auch weiterhin attraktive, komfortable und umweltgerechte Mobilität für jedermann zu ermöglichen. Zieht man in Betracht, dass 81 Prozent aller DB-Fahrscheine im Regionalverkehr – im Fernverkehr sogar 89 Prozent – rabattiert sind, fällt die Preiserhöhung für den größten Teil unserer Kunden gering aus.“

Die Preise für die BahnCard steigen um durchschnittlich 3,6 Prozent. So kostet die BahnCard 25 für die 2. Klasse ab dem Fahrplanwechsel im Dezember 57,- Euro statt wie bisher 55,- Euro. Weiter im Angebot bleibt hingegen das Dauer-Spezial für 29,- Euro (2. Klasse), das nun zu einem Preis von 49,- Euro für die 1. Klasse eingeführt wird. Weitere Neuerungen sind der Website der Bahn zu entnehmen. Ein Fazit zieht Rausch übrigens noch: „Unter dem Strich fallen die Kostensteigerungen für Bahnfahrer deutlich geringer aus als für Autofahrer oder Flugreisende. Zudem haben wir trotz der enormen zusätzlichen Kostenbelastung durch den Tarifabschluss Anfang dieses Jahres unsere Zusage eingehalten, unterjährig die Preise stabil zu halten.“ Schöne Worte, die der Vorstand Personenverkehr der Deutschen Bahn da verwendet. In einem Jahr werden wir wohl wieder in etwa das Gleiche hören. Denn die Bahn macht´s ja immer wieder, wie in einer Endlosschleife.

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