Do, 28th August, 2008 - Posted by
Es war der Tag der Wahrheit. Toyota senkt sowohl seine Absatzprognose für das nächste Jahr und kündigt zugleich einen weiteren Umbau der Produktion in den USA an. Dies ist ein klares Signal in Richtung des derzeit sehr schwierigen US-amerikanischen Automarktes. Anders als die träge und langsam reagierenden US- Autobauer zieht der japanische Autohersteller jetzt eine klare Linie. Während auf der einen Seite die Prognose für den Absatz bereits im Handel befindlicher Modelle gesenkt wird, zieht Toyota nun die Markteinführung neuer Umwelttechniken bereits auf das nächste Jahr vor.
Katsuaki Watanabe sagte gestern bei der Vorstellung der Strategie für den mittelfristigen Bereich: “Wir passen uns flexibler an als bisher und müssen auch auf künftige Entwicklungen wendiger reagieren”. Seine Warnung ist klar. Die Geschäftsentwicklung zu prophezeien, sei im Moment schwer. Er sieht zahlreiche Unsicherheitsfaktoren, wobei neben der Konjunkturentwicklung in den USA und dem Ölpreis auch mögliche Unruhen politischer Art in den Schwellenländern mit einbezogen werden. Das kann durchaus als indirekte Anspielung auf den Kaukasuskonflikt gewertet werden, dessen Ausgang und Einfluss auf die Beziehungen innerhalb Europas und auf das zukünftige Zusammenspiel zwischen Russland und den USA im Moment mehr als unklar ist.
Ursprünglich hatte Toyota vor, im nächsten Jahr einen neuen Rekord mit mehr als zehn Millionen verkaufter Fahrzeuge zu schaffen. Dieses vor wenigen Monaten gefasste Ziel wurde nun revidiert und man geht nur noch von einem Absatzziel von 9,7 Millionen verkauften Fahrzeugen aus. Dies sind 200.000 Einheiten mehr, als für das laufende Jahr 2008 anvisiert sind. “Der scharfe Abschwung auf vielen wichtigen Märkten infolge der Subprime-Krise hat uns dieses Ziel revidieren lassen”, sagte Watanabe gestern. Er erklärte aber auch: “Wir können beispielsweise das aufwändige Hybridsystem für den Prius bereits 50 Prozent günstiger herstellen als vor neun Jahren. Jetzt senken wir die Kosten weiter”. Denn genau hier liegt die Zukunft des Automarktes, und nicht nur in den USA, sondern weltweit. Deshalb ist seine Aussage „wir arbeiten am Abschied vom Öl” wortwörtlich zu nehmen. Toyota geht voran in die Zukunft.
Noch fahren viele Fahrzeuge mit Öl, aber der Chef des japanischen Autoherstellers sagte gestern auch ganz klar: “Wir passen unser Modellprofil drastisch an die Gegebenheiten wie den Benzinpreis an”. Nun müssen sich die anderen Autobauer wieder etwas einfallen lassen, damit sie Toyota folgen können. In den USA wird der japanische Konzern General Motors möglicherweise bald ganz den Rang ablaufen, nachdem sich beide Autohersteller seit drei Jahren einen heißen Konkurrenzkampf liefern. Die deutschen Autobauer müssen als in die Hufe steigen und Fahrt aufnehmen. Sonst läuft ihnen Toyota eines Tages ganz davon.
![]() |
Noch keine Kommentare.