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Die Übernahme und der Abgang – Die Geschichte eines Übernahmekampfes

Do, 21st August, 2008 - Posted by Christel -

Conti-Chef Manfred Wennemer geht. Das kann nur eines bedeuten: Continental hat beschlossen, sich von der Schaeffler-Gruppe übernehmen zu lassen. In den Morgenstunden des heutigen Tages wurde es bekannt: Der Investorenvertrag ist unterschrieben, der Angebotspreis wurde von 70,12 Euro auf 75 Euro erhöht. Auch die Mitarbeiter werden keine Einbußen erleiden, dies war dem Conti-Konzern sehr wichtig. Es ist also endlich geschafft – und ein harter Kampf hat nun sein Ende gefunden. Der einzige Verlierer ist Manfred Wennemer, der Vorstandsvorsitzende von Continental.

Er wehrte sich bis zuletzt gegen die Übernahme und musste nun als Verlierer vom Platz gehen. Zum 31. dieses Monats verlässt der 60jährige das Unternehmen Continental und macht Platz für einen Nachfolger. Inzwischen ist auch die Aktie von Conti wieder leicht angestiegen und im Moment die meistgehandelte Aktie dieses Tages. Schaeffler hat im Investorenvertrag auch zugesichert, dass es nur zu einer Minderheiten-Beteiligung von maximal 49,99 Prozent kommen wird. Die Vereinbarung läuft unbefristet und kann frühestens zum Frühjahr des Jahres 2014 gekündigt werden.

Warum die Schaeffler-Gruppe sich auf eine Beteiligung von unter 50 Prozent hat festnageln lassen, ist übrigens ganz einfach zu beantworten. Bei einer Beteiligung von über 50 Prozent hätte die Schaeffler KG gleichzeitig auch für die Schulden von Continental geradestehen müssen. Dies zu vermeiden kann fast als genialer Schachzug angesehen werden. So hat Schaeffler nicht noch die Schulden von Conti „an der Backe“, sondern nur die eigenen, die ohnehin schon recht hoch sind. Ab dem 1. September weht also ein ganz neuer Wind in dem niedersächsischen Unternehmen, bei dem vieles beim Alten bleiben, aber sich dennoch wohl nicht nur das Gesicht des Vorstandsvorsitzenden ändern wird. Gemeinsam kann man nun bessere Wege gehen, da zwei wichtige und auch in sich schon sehr starke Automobilzulieferer nun an einem Strang ziehen werden.

Für Deutschland als Standort verheißt dies übrigens auch eine gute Zukunft. Ohne den Zusammenschluss wäre es eines Tages möglicherweise zum Eingriff ausländischer Investoren gekommen, die sich sicher nicht auf einen Investorenvertrag in der Art eingelassen hätten, wie es nun der Fall zwischen Schaeffler und Conti ist. So ist für beide Unternehmen eine positive Zusammenarbeit zu erwarten, auch im Kampf gegen den Einfluss von Hedgefonds, die sich immer mehr breit machen und auch die Daimler AG ins Visier genommen haben. Der Aufsichtsrat von Continental hat also, anders als der Unternehmensvorsitzende Manfred Wennemer, die Zeichen der Zeit erkannt und sie auch richtig gedeutet. Und geht damit sicher den momentan bestmöglichen Weg für das Unternehmen aus Hannover.

Category : News

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