Do, 21st August, 2008 - Posted by
Das Freizeit-Fahr-Profil vieler Kraftfahrer verlangt bei der Nutzung des Pkw immer mehr auch an individuellem Nutzwert. Damit gehört auch der Transport von Fahrrädern zu den Ansprüchen an Wochenenden und im Urlaub. Namen wie Twinny Load, Opel-Schublade, Sitra-Patent oder Renault-Velofix machen die Runde.
Die Möglichkeiten, den “Drahtesel” in all seinen Varianten - vom Trekking-Bike bis zum Rennrad - mitzuführen, brachten je nach Fahrzeug, Herstellern, Erfindern und Tüftlern sowie abhängig vom Einsatzzweck unterschiedliche Systeme hervor. Am einfachsten haben es Besitzer von Vans. Viele Hersteller bieten über ihre Vertragshändler nachrüstbare Befestigungssysteme an. Ford hat für den kompakten C-Max sowie die größeren S-Max und Galaxy Fahrradhalter für den Innenraum im Angebot. Bis zu drei Räder können auf Schienen montiert werden; bei umgeklappter Rückbank mit ein wenig Routine eine einfache Sache. Das Frachtgut “Fahrrad” ist somit vor Wind, Wetter und Diebstahl geschützt. Die Aerodynamik und das Fahrverhalten des Fahrzeugs werden nicht beeinträchtigt. Ein Innen-Raum-System für zwei Räder bietet auch VW für den Touran. Begleitender Nachteil der Beförderung auf der Ladefläche: Die hinteren Sitzreihen können nur eingeschränkt oder gar nicht genutzt werden. Fürs weitere Gepäck bleibt damit auch weniger Platz.
Ein Patent wurde 10
Ein Patent besonderer Art erfand der Villinger (BaWü) Roland Pompl. Auf der Fahrt in den Urlaub in Holland sollte 1996 auch das teure Fahrrad mit. Doch 2000 Kilometer Radtransport auf dem Autodach war wohl zuviel an Fahrgeräusch, an beschränkter Geschwindigkeit und erhöhtem Benzinverbrauch. So kam ihm die Idee, eine Halterung ins Auto zu bauen. Der Geistesblitz: Mittelsitz hinten raus, das Fahrrad stehend transportieren und dennoch genügend Platz fürs Gepäck zu haben. So machte es schließlich auf der Fahrt nach Holland so richtig Spaß, wie gewohnt sicher und ohne Einschränkung zu fahren. Bei mehrmaligem Anhalten an Raststätten wurde Pompl jedes mal bewundert und angesprochen, wie toll die Idee mit dem Fahrradhalter sei. Da lag der Patentschutz ganz schnell auf der Hand: Sitra war geboren - sicherer Radtransport (http://www.sitra-fahrradhalter.de; info@sitra-fahrradhalter.de).
Mit Muskelkraft aufs Autodach
Andere Fahrzeuge machen den Räder-Transport auf Dach- und Heckträger möglich. Dach-Träger sind im Allgemeinen die günstigste Möglichkeit zum Fahrradtransport und bieten die größte Ladekapazität mit bis zu vier Bikes in Schienen und mit Fixierarm. Nicht in jedem Fall ist jedoch die absolute Sicherheit des Grundträgers gegeben. Tester mussten bei billigen Modellen Mängel erkennen; unter 80 bis 100 Euro sind zuverlässige Systeme eher nicht zu haben. Technisch einfacher haben es die Besitzer von Kombis mit Dachreling, die als Fahrradhalter nur die gut fixierbaren Quer-Traversen benötigen. Unabhängig vom Kaufpreis treibt die aufgebaute Windbarriere auf dem Dach dann aber auch den Spritverbrauch hoch und das Fahrverhalten ändert sich.
Weniger Widerstand und weniger Kraft ermöglichen Rad-Träger für das Fahrzeugheck. Bekannt und beliebt sind Systeme für die Heckklappe und auf der Anhängerkupplung. Die Träger für die Heckklappe sind mit Preisen ab 300 Euro günstiger als die auf der Anhängerkupplung, verbauen jedoch das Öffnen des Kofferraums und verursachen auch Lackschäden beim Auf- und Abladen. Mechanisch belastet werden auch die Scharniere der Heckklappe, die zunächst bei den meisten Pkw nicht auf die Gewichte ausgelegt sind.
Ausziehen oder aufstecken?
Der Kugelkopf der Anhängevorrichtung verträgt dagegen große Lasten. Modelle für diese Art der Befestigung lassen auch mit Ladung zu, dass sich die Heckklappe und damit der Zugang zum Kofferraum großzügig öffnen lässt. Die Ladekante der Kupplungsträger liegt meist sehr niedrig, was die Montage der Räder erleichtert. Nachteil des stabilen Systems ist dessen Preis: Bis zu 800 Euro für Kupplung und Radträger müssen investiert werden. Dafür gibt es dann den “Twinny Load”; einfacher, aber nur modell-typisch ist das System ‘Velofix’ von Renault zum Aufstecken am Heck-Spoiler. Den ‘integrierten Fahrradträger’ bietet seit einem Jahr Opel als Option für das SUV Antara und den Kleinwagen Corsa an. Die Kosten betragen rund 500 Euro. Bei diesem System wird die hintere Stoßstange bei Bedarf ausgezogen; auf dem ausziehbaren Träger finden zwei Räder Platz und das Kofferraumvolumen wird nicht eingeschränkt.
Sorgfalt macht sicher!
Sorgfalt ist in jedem Fall angesagt, denn für die Dachlast oder die Räder-Last am Heck ist in jedem Fall der Fahrer und Fahrzeugführer verantwortlich. Deshalb Strammer um Rad und Felge fest zurren; locker sitzende Aufbauten wie Kindersattel oder Lenkertaschen entfernen. Denn die Gefahr ist gegeben, und wer will als nachfolgender Kraftfahrer schon von einer Satteltasche, einem Klingeldeckel oder von der Batterie aus einer nachgerüsteten Biker-Beleuchtung auf der Frontscheibe getroffen werden…
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