Do, 31st Juli, 2008 - Posted by
Mercedes-Benz geht derzeit zwei völlig konträre Wege. Auf der einen Seite wird eine „Modelloffensive“ gestartet, auf der anderen Seite wird die Produktion zurückgefahren. Etwa 40.000 Fahrzeuge sollen im Verlauf der nächsten vier Monate weniger gebaut werden. Der schwächelnde Automarkt führt nun zur Streichung von Schichten. Die betroffenen Werke Sindelfingen, Untertürkheim und Bremen sowie das Werk Tuscaloosa sind die ersten, bei denen es zur Schichtenminimierung kommt. In den nächsten Tagen werden dann die anderen Werke erfahren, wie lange die Bänder wo stillstehen werden bis zum Ende dieses Jahres. Je nach Bedarf soll es immer wieder zur Streichung von Schichten kommen oder gar zur vereinzelten Streichung ganzer Produktionstage. Dies soll zur Vermeidung hoher Lagerbestände führen. Das verfehlte Gewinnziel und die negative Entwicklung auf dem internationalen Automarkt führen nun zur Drosselung der Produktion. Gerade im Bereich der großen Motoren sieht es derzeit richtig schlecht aus. So musste nun im Zulieferwerk Untertürkheim die Herstellung erheblich verringert werden bei den V6- und V8-Motoren. Hier ist die Nachfrage zurückgegangen, Mercedes-Benz muss auch hier dem hohen Spritpreis Tribut zollen.
Auf der anderen Seite kommen einige neue Modelle auf dem Markt. Man will der Schwächung des Marktes und des eigenen Geschäftes eindeutig einen Gegentrend setzen. Neue Modelle kontra Gewinnrückgang. Unter anderem der neue GLK muss nun beweisen, wie die Zukunft aussehen wird für die Produktion von Fahrzeugen der Daimler AG. Trotz der Produktionseindämmung und der Schichtenminimierung hält man beim Autobauer aus Schwaben an dem Absatzziel für dieses Jahr fest. Übertreffen will man den Absatz des Vorjahres mit verkauften 2,1 Millionen Fahrzeugen. Ob das gelingt, bleibt abzuwarten.
Derweil ist für das Mercedes-Werk in der Hansestadt Bremen eine zwei Wochen andauernde Zwangspause verordnet worden. Während der Herbstferien wird die Produktion der Sportwagen minimiert werden. Der SL und SLK unterliegen während dieser Zeit einem Produktionsstopp. Betroffen von der zwangsauferlegten Pause sind über zehn Prozent des Mitarbeiterstamms im Bremer Werk. Betriebsrat und Vorstand haben sich hierzu bereits zusammengesetzt und ziehen an einem Strang. “Das Grundgerüst steht, es ist alles klar”, sagte der stellvertretende Betriebsratsvorsitzende des Werks Bremen, Jürgen Coors. Es scheint also eine unabdingbare Notwendigkeit zu sein. Im Gegensatz zu General Motors, das seine Produktion in den USA immer noch nicht gedrosselt hat und damit massenweise Fahrzeuge für nicht vorhandene Kunden baut, zieht Mercedes klar die Bremsleine. Ob weitere Autohersteller diesem Weg folgen werden, ist noch nicht absehbar.
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