Mi, 23rd Juli, 2008 - Posted by
Der Wälzlager-Hersteller Schaeffler will das Unternehmen Continental übernehmen. Dies ist inzwischen fast jedem bekannt. Inzwischen wurde das Angebot von 69,37 Euro je Aktie auf 70,12 Euro erhöht, dies ist der Durchschnittspreis der Aktie in den letzten drei Monaten. Heute tagt der Aufsichtsrat des Conti-Konzerns dazu und wird sich wohl auch im Laufe des heutigen Tages öffentlich zu dem Übernahmeangebot äußern. Im Vorfeld gab es so einige Äußerungen in Bezug auf Schaeffler und Continental. Unter anderem von dem wichtigsten Kunden, dem Volkswagen-Konzern, der sich eine Übernahme gut vorstellen kann. Und nun hat auch der Conti-Gesamtbetriebsrat seine Gegenwehr vermindert und einen offenen Brief an das Familienunternehmen geschrieben. Er fordert verbindliche Zusagen, dass das Unternehmen nicht zerschlagen wird und sagt klar: “Wir haben nichts gegen deutsche Investoren einzuwenden, solange sie die Grundsätze der sozialen Marktwirtschaft einhalten”.
Die Antwort von Schaeffler ließ nicht lange auf sich werten. Der Geschäftsführer von Schaeffler, Jürgen Geißinger, ließ noch gestern Abend in einer Erklärung verlautbaren: “Zur Verlagerung oder einem Abbau von Arbeitsplätzen wird es in Folge des Angebots nicht kommen”. Conti solle auch weiterhin als eigenständiger und börsennotierter Konzern bestehen, mit Sitz in Hannover. “Selbstverständlich auch künftig mit einem mitbestimmten Aufsichtsrat”, wie er verspricht. „Wir stehen zu unseren bereits mehrfach gemachten Zusagen: Continental soll als Ganzes bestehen bleiben, auch mit Bezug auf das Reifengeschäft“, sagte er erneut deutlich. Und: „Wir hoffen daher, dass der Aufsichtsrat in seiner morgigen Sitzung zu einer Entscheidung kommt, die es uns und allen anderen Beteiligten erlaubt, in einer konstruktiven Atmosphäre schnell gute Ergebnisse zu erreichen und die Besorgnisse und Ängste der Belegschaft auszuräumen.“
Heute ist also wohl der Tag, an dem sich die Zukunft des Conti-Konzerns entscheiden wird. Wird Manfred Wennemer, der Chef von Continental, heute möglicherweise ganz abseits stehen mit seiner vehementen Gegenwehr gegen eine Übernahme. Sonst scheinen alle anderen Mauern immer mehr zu bröckeln. Wenn Schaeffler bei dem gegebenen Wort bleiben würde, wäre die Zukunft gesichert, in Hannover, mit dem bestehenden Mitarbeiterstamm. Es wäre nicht notwendig, einen anderen Investor mit Mitspracherecht zu suchen. Und immerhin ist der Familienbetrieb Schaeffler ein Unternehmen mit Erfolg, das hat sich über die Jahre immer wieder gezeigt. Wir warten also mit Spannung auf die Entscheidung des Aufsichtsrates.
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