Di, 22nd Juli, 2008 - Posted by
Noch ist nicht klar, was werden wird aus dem Conti-Konzern. Eine feindliche Übernahme droht dem Unternehmen mit Hauptsitz in der niedersächsischen Landeshauptstadt Hannover. Nachdem Continental bereits so zahlreich zu Wort gekommen ist, auch auf unserer Seite, wollen wir die Gelegenheit nicht versäumen, das Familienunternehmen Schaeffler zu Wort kommen zu lassen und stellen Ihnen deshalb hiermit die aktuelle Pressemitteilung der Schaeffler KG in ihrer Gesamtheit vor. Denn eines ist interessant: Während der – nicht gerade unumstrittene – Konzernchef von Conti, Manfred Wennemer, sehr viel Staub aufwirbelt in der Presse, hört und liest man kaum etwas von dem Konzern, der Continental übernehmen möchte. Der Einseitigkeit der Berichterstattung wollen wir deshalb hier ein Ende setzen.
„2008-07-20 | 000-001-347 DE-DE
SCHAEFFLER KG, HERZOGENAURACHSchaeffler Gruppe offen für konstruktive Gespräche
Die Schaeffler Gruppe hat seit der Ankündigung ihres Übernahmeangebotes immer wieder betont, sie sei weiter offen für konstruktive Gespräche mit dem Management der Continental AG. Deshalb begrüßen Eigentümer und Geschäftsleitung, dass Herr Wennemer dieses Gesprächsangebot jetzt offenbar aufgreift. Allerdings gilt die von der Schaeffler Gruppe verfolgte Zielsetzung unverändert, ein strategischer Großaktionär der Continental AG zu werden und dafür mehr als 30 Prozent der Anteile zu erwerben. Zu diesem Zweck hat Schaeffler am 15. Juli ein Angebot an alle Aktionäre der Continental AG angekündigt.
Diese strategische Beteiligung ist notwendig, um eine stabile Aktionärsstruktur der Continental AG zu erreichen, um unsere Ziele umsetzen zu können und damit unsere Investition in das Unternehmen langfristig abzusichern. Die von Herrn Wennemer ins Spiel gebrachte Beteiligung über bis zu 20 Prozent ist keine strategische und daher als reine Finanzinvestition von der Schaeffler Gruppe nicht zu rechtfertigen.
In den Gesprächen im Vorfeld der Ankündigung, den Conti-Aktionären ein Angebot vorzulegen, hat die Schaeffler Gruppe diese Zielsetzung in aller Klarheit vorgetragen. Da die angestrebte Stabilisierung der Aktionärsstruktur im Interesse der Continental AG liegt, appelliert die Schaeffler Gruppe an Herrn Wennemer, das Gespräch auf dieser Grundlage aufzunehmen.
In dem von Herrn Wennemer erwähnten Gespräch vor knapp zwei Jahren ging es bereits auch um eine solche strategische Beteiligung von über 30 Prozent von Schaeffler an der Continental AG. Diese Gespräche wurden jedoch nicht fortgeführt, weil Herr Wennemer wegen des Erwerbs von VDO keine Notwendigkeit für eine solche Beteiligung mehr sah.
Die Schaeffler Gruppe hat sich marktüblicher Finanzinstrumente bedient und dabei keinerlei geltendes Recht verletzt. Im Sinne konstruktiver Gespräche wäre es sicherlich hilfreich, wenn Herr Wennemer seine haltlosen Vorwürfe nicht länger aufrechterhielte, zumal wir Herrn Wennemer in unseren Gesprächen mehrfach erklärt haben, dass wir keinen Anspruch auf Übereignung von Continental-Aktien aus diesen Swap-Geschäften haben.
Die Schaeffler Gruppe betont erneut: Die Finanzierung unseres Angebots und ihre Rückführung sind durch unsere eigene Finanzkraft gesichert.
Eine Zerschlagung wird es daher nicht geben. Continental soll als eigenständiger Konzern erhalten bleiben, mit Sitz in Hannover. Zu diesen Punkten sind wir bereit, konkrete Gespräche zu führen, um Besorgnisse der Continental AG auszuräumen.
Unseren Angebotspreis halten wir für angemessen, und wir erwarten, dass er für die Aktionäre interessant ist. Die Entscheidung liegt selbstverständlich ohnehin beim Aktionär.“
Inzwischen kann sich der Conti-Konzern auch nicht mehr der Rückendeckung der Automobilkonzerne sicher sein. Sowohl Martin Winterkorn, der Chef des Volkswagen Konzerns als auch Porsche als Mehranteilseigner von VW, befürworten wohl durchaus eine Übernahme von Continental durch Schaeffler. Vor allem darf dabei eines nicht vergessen werden: Volkswagen ist der wichtigste Kunde des Conti-Konzerns und stellt sich damit nicht hinter dessen Chef, Martin Wennemer. Nur vor der Durchführung einer feindlichen Übernahme wird in Richtung Schaeffler von Volkswagen aus gewarnt. Wie es nun weitergeht, hängt viel davon ab, wie am Mittwoch die anberaumte Aufsichtsratssitzung bei Continental verläuft. Wird sich dieser hinter Wennemer stellen, was dieser sehr hofft? Oder einen eigenen Weg gehen, nachdem Schaeffler ganz klar eine Zerschlagung des Conti-Konzerns ausschließt? In zwei Tagen wissen wir mehr. Das Neuste dazu finden Sie natürlich dann wieder hier.
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