Mi, 16th Juli, 2008 - Posted by
Die Autowerkstatt ATU hat ein Sparprogramm der harten Sorte gestartet. Mehrere hundert Mitarbeiter werden demnächst auf der Straße stehen. Doch nicht nur der hohe Spritpreis ist daran schuld, sondern auch die Last der Schulden, die dem Unternehmen aufdrückt wurde.
Auto-Teile Unger ist in ganz Deutschland bekannt und auch beliebt als eine Werkstattkette, in der gut gearbeitet wird. Inzwischen gehört sie KKR, einem Finanzinvestor, während ATU immer noch unter der Schuldenlage der früheren Eigentümer zu leiden hat. Gut 600 Filialen hat das Unternehmen, und muss wohl in jeder Zweigstelle mindestens einen Mitarbeiter entlassen. Unter dem Strich sind das wohl an die 600, wenn nicht noch mehr Mitarbeiter, die gehen müssen. Ein Sprecher von ATU sagte nur lapidar dazu: “Wir müssen in einem gewissen Umfang Personalanpassungen vornehmen”. Nach einem Bericht der „Automobilwoche“ sollten gar 1.000 Mitarbeiter entlassen werden. Dies wies ATU jedoch klar von sich: “Diese Zahl ist deutlich zu hoch gegriffen”. Angeblich liegt es an jeder einzelnen Filiale der Werkstattkette selbst, über den Abbau von Stellen zu entscheiden. So ganz glauben mag man dies ja nicht als Betrachter von außen. Es wird sich also zeigen, in wie weit die Order von oben kommt und wie viel die jeweiligen Geschäftsstellen wirklich an Mitspracherecht haben. Das wirklich Interessante an dieser Entlassungsankündigung ist jedoch eine Pressemitteilung, die ATU erst vor wenigen Tagen herausgegeben hat. Dort ist noch vollmundig die Rede von einer positiven Zukunft „A.T.U geht mit neuem Management in die Offensive
Schlüsselpositionen bei A.T.U mit kompetenten Führungskräften neu besetzt“, heißt es dort unter anderem. Von der Offensive kann man nun wirklich etwas bemerken. Auto-Teile Unger geht wirklich nach vorne, und lässt viele Mitarbeiter zurück. Schon im Frühjahr dieses Jahres hatte ATU angekündigt, dass es zur Streichung von 350 Stellen kommen wird. Weitere offene Stellen, in der Zahl auch 350, sind wohl nicht neu besetzt worden, wenn man den Berichten trauen darf. Nun sollen noch mehr Mitarbeiter gehen, während das Management verstärkt wird. Dies ist ein Vorgehen, das schon ganz anderen Unternehmen nicht gut getan hat. Auch ATU wird den Kampf um die Zukunft nicht auf diese Art und Weise gewinnen.
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