Continental verweigert sich Schaeffler

Nach einigen Tagen Unruhe hat sich der Conti-Konzern nun Schaeffler auch ganz offiziell verweigert. In der Presseerklärung von Continental dazu zeigt man sich entschieden, sich nicht kampflos übernehmen zu lassen. Es wird also nun richtig spannend, wie Schaeffler darauf reagiert und ob es andere Investoren geben wird. Die befürchtete Zerschlagung des Konzerns durch den Wälzlager-Hersteller aus Franken möchte man umgehen. Da wir meinen, Sie sollten die ganze Meinung des Conti-Konzerns dazu kennen, möchten wir Ihnen die entsprechende Presseerklärung nicht vorenthalten.

„Continental lehnt Übernahmeangebot der Schaeffler Gruppe ab

  • Opportunistische Offerte spiegelt den wahren Wert des Unternehmens nicht annähernd wider
  • Die industrielle Logik dieses Vorstoßes überzeugt nicht
  • Schaeffler hat sich auf rechtswidrige Weise angeschlichen, um die Kontrolle über Continental zu erlangen
  • Continental hat als eigenständiges Unternehmen in derzeitiger Aufstellung eine hervorragende Zukunftsperspektive

Hannover, 16. Juli 2008. Die Continental AG wurde am Dienstag von der Schaeffler Gruppe über deren Entscheidung unterrichtet, ein Übernahmeangebot zu einem Angebotspreis von 69,37 Euro je Aktie in bar abzugeben. Der Vorstand der Continental AG lehnt das Angebot ab. Es ist in hohem Maße opportunistisch, es spiegelt den wahren Wert der Continental nicht annähernd wider, es schafft kein Vertrauen, und es entbehrt einer überzeugenden industriellen Logik.

Die Schaeffler Gruppe verhehlt selbst nicht, dass es das schwache Börsenumfeld nutzt, um günstig die Kontrolle über einen exzellent positionierten Technologiekonzern zu übernehmen und die Zahlung einer angemessenen Prämie an die Aktionäre zu vermeiden. Nach unserer Auffassung hat sich die Schaeffler Gruppe mit Hilfe von Banken und Derivate-Positionen auf rechtswidrige Weise Zugriff auf 36 Prozent des Continental-Kapitals verschafft. Dies würde bei der Hauptversammlung eine bequeme Kontrollmehrheit, möglicherweise sogar eine qualifizierte Stimmenmehrheit darstellen.

Die öffentlich getätigten Aussagen, dass die Schaeffler Gruppe angeblich nur eine Minderheitsbeteiligung anstrebt und die gesunde Struktur von Continental nicht antasten will, sind nach den geführten Gesprächen unglaubwürdig. Der Vorstand von Continental betrachtet die Vorgehensweise der Schaeffler Gruppe als nicht im Interesse des Unternehmens und seiner Aktionäre.

Continental ist sehr daran interessiert, langfristig orientierte Investoren zu gewinnen und ist deshalb der Schaeffler Gruppe konstruktiv und ergebnisoffen entgegen getreten.
Deshalb hat der Continental-Vorstand auch die Bereitschaft erklärt, eine bis zu 20-prozentige Finanzbeteiligung zu unterstützen. Die Schaeffler Gruppe beharrte jedoch auf einer über 30 Prozent hinausgehenden Kontrollbeteiligung.

Die industrielle Logik dieser Kombination ist auch bei gutem Willen praktisch nicht erkennbar: Continental würde Schaeffler nützen, Schaeffler aber nicht Continental. Continental hat als eigenständiges Unternehmen eine hervorragende Zukunft.

Der Vorstand wird auch in diesem Verfahren alles dafür tun, um die Interessen aller Aktionäre und der anderen Stakeholder zu vertreten.

Vorstand und Aufsichtsrat der Continental Aktiengesellschaft werden nach der notwendigen weiteren Konkretisierung der Bieterabsichten und Veröffentlichung einer Angebotsunterlage sorgfältig die Interessen der Gesellschaft, ihres Unternehmens, ihrer Aktionäre und Arbeitnehmer sowie Geschäftspartner abwägen und im Rahmen der gesetzlich vorgesehenen Stellungnahme nach § 27 WpÜG zu dem Übernahmeangebot Stellung nehmen.“

Das Familienunternehmen Schaeffler indessen reagierte nicht besonders betroffen auf die Stellungnahme des Conti-Konzerns. “Letztlich werden aber die Aktionäre entscheiden”, heißt es da. Und: “Wir würden gerne weitere Gespräche führen Unsere Ziele sind absolut freundlich“.

Wie freundlich diese Ziele wirklich sind, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. Von Seiten Schaefflers ist auch mit einer feindlichen Übernahme zu rechnen. Ob dies dem Unternehmen Continental als Ganzes wirklich gut tun würde, ist in Frage zu stellen. Es droht eine Zerschlagung des Konzerns. Und genau dies sollte vermieden werden. Wie man bei Conti schon sagt: „Continental würde Schaeffler nützen, Schaeffler aber nicht Continental.“ Dies ist wohl die wichtigste Formel überhaupt, die über diesen Übernahmegebaren steht.

Was nun kommen wird, werden wir sehen. Zumindest an der Börse hat Continental als Dax-Unternehmen in den letzten Tagen zu einem wahren Höhenflug angesetzt. Während die Aktie am Ende der vergangenen Börsenwoche als der absolute Verlierer dastand, ist sie diese Woche der absolute Gewinner, auch wenn der Kurs heute ganz leicht zurück ging. Vielleicht hilft der Kampf gegen die Übernahme dem Konzern, wieder stärker zu werden, auch auf dem Börsenparkett. Der Rest steht sowieso noch in den Sternen.

(Quelle: Continental-Konzern)

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  1. [...] Wennemer, wird dies wohl nicht gerade gefallen. Die Übernahme durch Schaeffler war ihm sowieso von Anfang an ein Dorn im Auge. Doch nun sollte sich der Aufsichtsrat von Continental so bald wie möglich mit den Entscheidern [...]

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