Mo, 14th Juli, 2008 - Posted by
Von Taxifahrer-Demos und Speditionspleiten im Zusammenhang mit den steigenden Spritkosten haben wir alle schon gehört. Jetzt geraten in USA auch immer mehr Branchen ins Trudeln, die nicht direkt betroffen waren.
Während in Berlin so viele Monatskarten für den öffentlichen Nahverkehr verkauft werden wie noch nie, und immer mehr Berliner auf das Fahrrad umsteigen, klagen amerikanische Nahvehrsunternehmen der anderen Art über zurückgehende Besucherzahlen. Der Grund: Fernfahrer, die ihre vorgeschriebenen Pausen, für mehr als nur ein Nickerchen nutzten, müssen sich diese Art von Schäferstündchen sparen, weil sich die Benzinpreise in den letzten zwei Jahren fast um 100 Prozent erhöht haben. Bordellbetriebe würden Einbußen bis zu 45 Prozent hinnehmen müssen, klagte ein Bordellbetreiber und Präsident eines Bordellbesitzerverbandes.
Überhaupt gibt es für US-Bürger wenig Ausweichmöglichkeiten, weil die öffentlichen Verkehrsmittel, falls sie überhaupt vorhanden sind, sehr schlecht ausgebaut werden. Dort, wo die Menschen umsteigen, kommen die Verkehrsbetriebe angesichts des neuen Fahreransturms völlig aus dem Takt. Wen wunderts, dass die USA mal wieder ein neues Hobby kreiert haben - das Hypermiling. Hypermiler versuchen, möglichst viele Meilen aus jedem Tropfen Kraftstoff herauszuholen und veröffentlichen ihre Tipps im Internet.
2,5 Liter auf 100 Kilometer ist der aktuelle Bestwert, der allerdings oftmals nur auf Kosten der Verkehrssicherheit erreicht wird: Möglichst wenig bremsen, auch wenn es um die Kurve, rote Ampeln oder Stoppschilder geht, dichtes Auffahren, um im Windschatten Benzin zu sparen - oder Schleichfahrten auch auf Autobahnen. Aber alles Sparen scheint kaum zu nützen, weil es in vielen Gegenden Amerikas keine Alternative zum Auto gibt. Starbucks, die Kaffeekocher-Kette, gab jetzt bekannt, dass mehrere hundert Filialen schließen müssen, weil der fremdgebrühte Kaffee dank der steigenden Spritpreise nun doch viel zu teuer wird.
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