Mo, 30th Juni, 2008 - Posted by
Angesichts explodierender Preise für Flüssigbrennstoffe lohnt sich ein Blick zu unseren Nachbarn. In skandinavischen Ländern feiert der Holzvergaser eine Renaissance.
Die Arbeitsweise ist bekannt: Zuerst muss Holz in einem Gasgenerator angezündet werden. Dann muss die Sauerstoffzufuhr gestoppt werden, damit das Holz zu schwelen beginnt. Schwelendes Holz liefert Holzgas, das aus Kohlenmonoxid, Methan und Wasserstoff besteht. Dieses Gas kann in einem geeigneten Motor verbrannt werden - und so ein Auto antreiben.
Dieses Prinzip ist nicht neu: Im zweiten Weltkrieg sollen in Deutschland eine Millionen Autos mit Holzvergaser unterwegs gewesen sein. In den holzreichen Ländern Norwegen und Finnland sind viele Holzgasfahrzeuge unterwegs. Viele ziehen den Holzvergaser auf einem Anhänger hinter sich her oder bauen die Anlage auf einen Laster.
Die Vorteile liegen auf der Hand: Man kann einen nachwachsenden Rohstoff verfahren, der in einer modernen Holzvergaseranlage klimaneutral verbrennt. Eine Motorreinigung ist auch nicht mehr so oft notwendig wie früher, wenn gute Filtertechnologien eingesetzt werden. Allerdings sind heutige Motoren anscheinend nicht so richtig für den ungefähr 1.200-Euro teuren Umbau geeignet, weil sie zu hochtourig laufen. Der Holzgasbetrieb funktioniert eher bei großvolumigen und langsam drehenden Motoren.
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