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Bundesverkehrsminister Tiefensee will Staus vermeiden und fordert Überholverbote für Lkw

Mo, 30th Juni, 2008 - Posted by Andre -

Lastwagen auf Autobahnen als Ärgernis zu bezeichnen, wäre vielleicht ein wenig zu hoch gegriffen. Die Menschen hinterm Steuer der Mehrtonner machen schließlich auch nur ihren Job und sorgen dafür, dass Güter von A nach B kommen. Dennoch lässt sich nicht leugnen, dass Lkw immer öfter zum Hindernis werden und Auslöser für kilometerlange Staus sind. Um das zu vermeiden, will Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee durchgreifen und vermehrt Überholverbote für Lastwagen aussprechen. Damit würden sich Pkw und Lkw seltener in die Quere kommen.

Ziel hinter der Maßnahme, die mit den Amtskollegen auf Länderebene bereits erörtert wurde und schon im Juli verabschiedet werden könnte, ist es, Staus zu vermeiden. Gewünschter Nebeneffekt: Autos, die nicht gezwungenermaßen mit laufendem Motor auf der Autobahn stehen und sich lediglich im Schritttempo vorwärts bewegen, verbrauchen erheblich weniger Benzin. Somit könnte durch ein Überholverbot auch der Spritverbrauch deutlich gesenkt werden. Als besonders staugefährdet gelten laut Tiefensee 2.500 der insgesamt 12.200 Autobahnkilometer in der Bundesrepublik. Dort, wo es öfter zum Stillstand kommt, strebt der Bundesminister eine komplette Trennung der Fahrspuren für Pkw und Lastwagen an. Die „Dicken“ auf die Rechte, der Rest auf die Linke, könnte es dann heißen.

Das wäre Teil eins des Paketes zur Stauvermeidung, das sich Wolfgang Tiefensee wünscht. An zweiter Stelle stehen die Baustellen auf deutschen Autobahnen. Die Arbeiten müssten schneller abgeschlossen sein und endlich auch den ganzen Tag über gearbeitet werden. Nummer drei ist die Maut als wirksames Mittel, Lastwagen während bestimmter Zeiten – etwa dem Berufsverkehr – von den Autobahnen fernzuhalten. Bei hohem Verkehrsaufkommen soll auch die Maut höher ausfallen. „Wer unbedingt zwischen 6.00 und 9.00 Uhr am Frankfurter Kreuz unterwegs sein will, muss mehr bezahlen“, so Tiefensee im Gespräch mit der Bild am Sonntag.

Begrüßt werden die Vorschläge vom Auto Club Europa (ACE). Dessen Sprecher, Rainer Hillgärtner erklärte: „Schon die geplante Verbannung der Lkw auf einen Fahrstreifen und die erweiterte Nutzung der Standspur auf Autobahnen lassen das Autofahrerherz höher schlagen.“. Der Handlungsdruck sei aufgrund des zunehmenden Straßenverkehrs enorm. Bis 2015 würden der Personenverkehr um rund 20 und der Güterverkehr um bis zu 60 Prozent zunehmen.

Category : LKW / News / Politik

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