So, 15th Juni, 2008 - Posted by
Wenn gestreikt wird, bricht immer irgendwo ein Chaos aus. Nicht zuletzt hat man dies bei dem Lokführerstreik vor einigen Monaten gesehen. Nur streiken die LKW-Fahrer in Spanien. In Spanien? Was hat das denn mit uns zu tun, wird sich nun so mancher fragen. Sehr viel, muss man darauf leider antworten. Seit der flächendeckenden Einführung der Just-in-time-Produktion haben die meisten Autohersteller kein eigenes Lager mehr. Die benötigten Teile werden vielmehr per LKW oder per Bahn ins Werk geliefert. Dies ist durchaus sehr kostensparend und eben auch platzsparend. Normalerweise geht die Just-in-time-Produktion ohne Probleme vonstatten. Die Spediteure, die Bahn und vor allem auch die Autobauer haben sich längst darauf eingestellt. Problematisch wird es nur, wenn die Zulieferung plötzlich nicht mehr gesichert ist. Wie erst bei den Streiks der Lokführer im Güterverkehr und wie jetzt bei dem Streik der LKW-Fahrer. Da wird es dann eng für die Hersteller. Im Brüsseler Werk von Audi musste deswegen nun die Produktion eingestellt werden – wegen fehlender Teile. Auch das Werk von VW in Setubal (Portugal) musste die Produktion stoppen. Auch das Eisenacher Opel-Werk ist betroffen und sagte von Freitag auf Samstag die Nachtschicht ab. Und auch die Werke von BMW in Leipzig sowohl von Ford in Saarlouis und Köln ließen Schichten ausfallen.
In einer globalen Welt hängt vieles von vielem ab. Dies sieht man bei der immer noch bestehenden Finanzkrise, die immer noch in vielen Ländern der Welt ihre negativen Früchte trägt. Und eben auch bei einem Streik von ein paar Menschen, die ihre Verkehrsmittel stehenlassen und deshalb anderen Menschen die Arbeit unmöglich machen. Es ist immer ein Punkt des Maßes, das bei solchen Streiks bedacht werden sollte. Leider wird dies vergessen, und nur der eine Punkt, der Auslöser des Streiks – die hohen Spritkosten – gesehen. Nur, davon sind auch andere Menschen und auch andere Länder betroffen. Von dem Streik nun noch viel mehr. Bei Peugeot-Citroën zum Beispiel wurde die Herstellung in den Werken Socheaux und Mühlhausen gedrosselt, 2.900 Fahrzeuge konnten deshalb nicht produziert werden. Der Schaden für die Wirtschaft kann also berechnet werden. Das Maß sollte deshalb immer gehalten werden bei Entscheidungen, die einen Menschen, ein Unternehmen, ein Land nicht nur alleine betreffen. Die Streiks kann ich in gewisser Weise nachvollziehen. Aber eben nur in gewisser Weise, dass sie anderen Schaden zufügen in finanzieller Hinsicht kann deshalb dennoch nicht richtig sein. Schade, dass in einer globalen Welt viele eben immer noch nicht global denken…
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