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Mit dem Preis für Diesel steigt der Unmut der Massen

Di, 27th Mai, 2008 - Posted by Andre -

Die Bild-Zeitung ließ gestern Autofahrer zu Wort kommen, die angesichts der Preise für Benzin und Diesel das Handtuch geworfen haben oder planen, das Auto stehen zu lassen bzw. es ganz abzuschaffen. Die wenigen Beispiele, die das Blatt nannte – ob nun Fahrrad oder Roller statt Auto oder gar ein Umzug, um sich den langen Weg zur Arbeit zu sparen – sind nur die Spitze des Eisbergs und dürften sich überall in Deutschland so oder ähnlich wiederholen. Es ist scheinbar eine Schraube ohne Ende, an der kräftig gedreht, für den Verbraucher allerdings in die falsche Richtung. Das Auto wird zum Luxusgut, nicht weil die Anschaffung zu teuer wäre, sondern die laufenden Kosten riesige Löcher in die Haushaltskasse reißen.

Fühlten sich Fahrer von Diesel-Pkw bislang im Vorteil, erwischt sie die aktuelle Entwicklung wie ein dumpfer Schlag mit dem Hammer. Der Preisvorteil ist längst dahin und heißt es auch für Dieselfahrer: Hopping von einer zur nächsten Tankstelle, um zumindest ein paar Zehntelcent zu sparen. Den Tank komplett vollmachen zu dürfen, davon können Tankstellenpächter derzeit nur träumen. Es wird nur soviel getankt, wie das Portmonee hergibt und unbedingt nötig ist.

„Ich bin mächtig enttäuscht, dass der Staat selbst mit zugreift, statt für eine Entlastung zu sorgen“, regt sich nicht nur der für eine Lokalzeitung interviewte Fahrlehrer über die Dieselpreise auf, sondern tönt es aus allen Ecken des Landes. Die Pächter der Tankstellen können wenig dafür, müssen aber als Prellbock für verärgerte Autofahrer herhalten. Besonders betroffen sind die Taxifahrer. Sie verdienen ihr Geld damit, indem sie Kunden von A nach B bringen. Da muss der Tank voll sein, egal wie teuer der Liter Diesel aktuell ist. Der Landesverband Hamburger Taxiunternehmen spricht davon, dass die Betriebskosten im vergangenen Jahr um 5,9 Prozent gestiegen sind – zu Zeiten als der Kraftstoff für die Fahrzeuge noch bei 1,40 Euro je Liter lag. Vor einem Jahr mussten im Schnitt nur 1,17 Euro pro Liter auf die Theke gelegt werden. Der Vorschlag der Hamburger Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt, den Tarif für die Taxler um 3,5 Prozent anzuheben, bringt die Firmen nicht einen Schritt weiter. Einige der Fahrer arbeiten gerademal kostendeckend.

Dass viele nun auf die Idee kommen, ihren Diesel zu verkaufen und auf einen Benziner zu wechseln, verwundert nicht. Von solchen Panikverkäufen rät der Automobilclub von Deutschland (AvD) jedoch ab. Die Experten gehen nicht davon aus, dass der Preisverfall für Dieselfahrzeuge sehr rasch vonstatten geht, sondern sich langsam entwickelt. Besser sei es, sich in Ruhe um Alternativen zu kümmern, sei es ein Auto, das mit Benzin oder eines, das mit Gas betrieben wird. Welche Lösung am geeignetsten ist, zeige nur eine genaue Kalkulation. Das gelte auch für Schnäppchenjäger, die es auf ein günstiges, gebrauchtes Dieselfahrzeug abgesehen haben. Denn eines sei abzusehen, so der AvD und der Mineralölverband in Hamburg: Der Höchststand für Dieselkraftstoff ist längst nicht erreicht.

Category : Verkehr

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