Mo, 19th Mai, 2008 - Posted by
Autos sind begehrtes Diebesgut – und das gilt längst nicht mehr nur für noble Luxuskarossen. Kann der Wagen nicht komplett verkauft werden, schlachtet man ihn aus und bringt die Ersatzteile gewinnbringend unters Volk. Um den Langfingern das Leben schwerer zu machen, wird von der EU derzeit geprüft, ob es sinnvoll und finanzierbar ist, verschiedene Fahrzeugteile mit der Identifizierungsnummer des Wagens zu versehen. Das Ergebnis soll Mitte 2009 vorliegen. Schon jetzt regt sich der Widerstand in der Autoindustrie aufgrund der befürchteten Kosten für die Kennzeichnung, die zudem als kaum sicherheitsrelevant eingestuft wird.
Bei dem angestrebten Verfahren würden die Fahrzeugdaten per Microdots aufgesprüht, Tropfen, die gerade einmal einen halben Millimeter groß sind. Diese Mikropartikel sollen den Handel mit Ersatzteilen erschweren, da die Markierungen als fälschungssicher gelten. Eine zusätzliche Belastung soll der Automobilindustrie dadurch nicht entstehen. „Wir wollen eine Balance zwischen Sicherheit und Wirtschaftlichkeit“, heißt es seitens der zuständigen EU-Kommissionen. Der Europäische Automobilverband, ACEA, lehnt die Microdots ab. Sie seien „teuer und unsinnig“. Verhindert würden Diebstähle dadurch nicht. Das hätten bereits frühere Untersuchungen ergeben. Mehr als jetzt schon für die Sicherheit unternommen werde, gehe nicht, so der ACEA.
In Südafrika und Australien werden die Fahrzeugteile bereits mit den Mikropartikeln besprüht. Großbritannien testet das Verfahren, das immer weiter verfeinert wird. So bietet ein Schweizer Hersteller AutoDots an, die neben den Daten auch ein Hologramm aus Nickel darstellen und damit noch sicherer vor Fälschungen sind. Der EU stellt sich bei der Frage, ob und wann Markierungen angebracht werden müssen, ein Problem. Es gibt nur fünf Hersteller entsprechender Sprühdosen, von denen keiner seinen Sitz innerhalb der europäischen Union hat.
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