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Kinderunfallatlas - Die Unfallzone Nummer Eins heißt Norddeutschland

Mo, 19th Mai, 2008 - Posted by Christel -

Leider, so muss man sagen, liegt der Norden unseres Landes nicht gut in der Statistik, wenn es um die Häufigkeit von Unfällen im Straßenverkehr geht, von denen Kinder betroffen sind. So beschäftigt sich eine aktuelle Studie genau mit diesem Thema. Und das Ergebnis ist äußert erstaunlich. Im Süden unseres Landes gibt es weniger Unfälle mit Kindern als in Norddeutschland. Der erste „Kinderunfallatlas“ in der Geschichte des Verkehrs in Deutschland enthält klare Fakten. So ist das Risiko, in einen Verkehrsunfall verwickelt zu werden, in Bremen und Hamburg, Düsseldorf und auch Hannover weitaus höher, als dies in München, Nürnberg und Leipzig der Fall ist. Hier passieren die wenigsten Verkehrsunfälle, in denen Kinder die Unglücksopfer sind. Die Feder beim „Kinderunfallatlas“ wird von der Bundesanstalt für Straßenwesen geführt. Ausgewertet wurden in der Studie alle Unfälle – jedoch war dies nur für die polizeilich gemeldeten möglich -, die in den Jahren 2001 bis 2005 geschahen und in die Kinder bis zum Erreichen des Alters von 15 Jahren verwickelt waren. Aufgeschlüsselt wurde das Ganze nach zwei verschiedenen Angaben. Auf der einen Seite die Art des Unfalls, auf der anderen Seite nach dem Ort des Unfalls. Hierbei wurden sowohl die Großstädte berücksichtigt als auch die Kleinstädte, Landkreise sowie die kleinsten Gemeinden in unserem Land.

Das sonst in anderer Hinsicht „Wilder Süden“ genannte Süd- und Südwestdeutschland wird hier zum sicheren Süden, in dem die Kinder im Straßenverkehr wesentlich weniger gefährdet sind als in den Bundesländern im Norden und im Osten. So ist die Unfallrate in großen Bereichen von Brandenburg, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern weit über dem Durchschnitt liegend, in Baden-Württemberg, Bayern und Hessen jedoch auch in der Gesamtheit niedrig. Betrachtet man die Anzahl der Kinder, die in einer Region leben, kommt das erschreckende Ergebnis heraus, dass die meisten Unfallopfer unter 15 Jahren in Bremen und Hamburg zu finden waren in der Zeit, welche die Studie einbezogen hat. Dies sollte die Väter der beiden Stadtstaaten sehr nachdenklich machen, denn gerade in Großstädten findet viel Verkehr über die Nahverkehrsmittel statt. Das hier aber vergleichsweise am meisten Kinder verunfallen, sollte aufrütteln und wird es hoffentlich auch tun.

Was der „Kinderunfallatlas“ noch zeigt, ist nicht minder erschreckend. Es gibt Regionen, in denen nahezu vier Mal so viele Kinder verunglücken als in anderen Teilen unseres Landes. So waren in Neumünster 6,5 Kinder von tausend während der Jahre 2001 bis 2005 von einem Unfall betroffen. Im Rheingau-Taunus-Kreis waren es im vergleichbaren Zeitraum jedoch nur 1,8 von tausend.

„Anhand der Listen können Gemeinden ihre Unfallzahlen erstmals mit denen anderer vergleichen. Kommunen mit vielen Unglücken müssen die Ursachen suchen und Konsequenzen ziehen.“, sagte die Studienleiterin, Nicola Neumann-Opitz in einem Interview mit dem „Focus“. Bei dem „Kinderunfallatlas“ ginge es darum, dass der Druck auf die Verantwortlichen erhöht wird, damit eine Verbesserung der Lage und der Verkehrssicherheit möglich wird.

Natürlich sind die Zahlen, welche die Studie verwendet, nicht die neuesten Zahlen. Gerade in den letzten Jahren haben auch die Autohersteller viel zum Thema Sicherheit beigetragen und auch die Städte und Kommunen haben so einiges dazugelernt. Richtig interessant wird es also erst werden, wenn der nächste „Kinderunfallatlas“ in ein paar Jahren herausgegeben wird und dann Vergleiche möglich werden.

Category : Sicherheit / Statistik / Verkehr

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