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Think City aus Norwegen ist das erste Serien-Elektroauto

Fr, 16th Mai, 2008 - Posted by Andre -

Die deutsche Industrie sollte sich einen neuen Leitspruch zulegen: „Weniger reden, mehr handeln.“ Denn in der Zeit, die Daimler-Chef Jürgen Zetsche dazu nutzt, Zukunftsmusik in Sachen Elektroauto anzustimmen, schrauben die Mitarbeiter einer kleinen norwegischen Firma namens Think Global bereits an der ersten Serie von Fahrzeugen, die mit Lithium-Ionen-Akkus ausgestattet sind. Präsentiert wurde das Fahrzeug erstmals auf dem Genfer Autosalon. Der Think City, ein kleines und wendiges Stadtauto, wird Mitte dieses Jahres in Skandinavien, der Schweiz sowie den Metropolen Amsterdam, Paris, London und Mailand auf den Markt kommen.

Die Großen der Branche geraten damit wieder einmal ins Hintertreffen und werden es zukünftig schwer haben, sich Marktanteile zu sichern. 10.000 Elektroautos pro Jahr sind bei Think Global geplant. Vorstandschef des Unternehmens ist Jan-Olaf Willums. Er hatte zuvor das Sagen bei Volvo Petroleum. Nun ist er Herr über eine 8000 Quadratmeter große Werkshalle – eine der kleinsten in Europa, unter anderem geplant von Porsche Consulting –, in der aus 570 Komponenten der Think City montiert wird. Der Wagen wird rund 20.000 Euro kosten und gehört damit sicherlich nicht zu den günstigsten Alternativen auf dem großen Automarkt.

Die technischen Eckdaten des Elektrofahrzeugs dürften in erster Linie Kunden ansprechen, die viel in der Großstadt unterwegs sind. 180 Kilometer schafft der Think City mit einer Ladung. Die Höchstgeschwindigkeit beträgt 100 km/h, was für schnelle Fahrten auf der Autobahn eher hinderlich ist. Der Markt für solche Modelle ist aber vorhanden. 3500 Vorbestellungen aus Schweden und Norwegen liegen bereits vor, auch in der Schweiz hat man Interesse angemeldet. Eine Energiegesellschaft orderte 200 Wagen. Um auch künftig marktfähig zu bleiben und eine größere Zahl an Interessenten anzusprechen, sind ein Fünfsitzer (Think Ox) und ein Cabriolet (Think Open) in Arbeit.

Ziel des Unternehmens, das von 1999 bis 2003 zu Ford gehörte, ist es, so flexibel wie möglich zu bleiben. „Klein und wendig wie unser Auto“, sagt Willums. So lässt sich der Think City auch online bestellen und der Ladestand der Batterie per SMS abfragen. Trotz aller Innovationen sieht der Vorstandschef für den deutschen Markt jedoch schwarz und nennt ihn ein „schwieriges Pflaster“. In anderen Ländern wie Frankreich würden Fahrzeuge mit niedrigen Emissionswerten subventioniert. Davon sei man in Deutschland noch weit entfernt. Ganz umgehen könne man die Bundesrepublik jedoch nicht.

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Category : Autos / Technik / Umwelt

Comments

Kommentar von Hans Schäfer Mai 3, 2009

Ein Auto ohne Abgase ist ein Traum. Doch wie schauen die Emmissionen aus, die für die Herstellung des Stromes für den Fahrbetrieb des Think benötigt werden? Ist die Energiebillanz dann noch positiv? Trotzdem ist die deutsche Denkungsweise für den Think oder ähnliche E-Fahrzeuge noch nicht reif genug. Denn wenn man in Foren ließt, dass 100 km/h bei weitem nicht reicht, um über Land zu fahren, dann sagt das doch alles aus. Wir leben gedanklich immer noch in einem Land, wo Höchstgeschwindigkeit und Leistungsüberschuss zu den meist verehrten Götzen gehören. Umdenken ist erforderlich.

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