Do, 15th Mai, 2008 - Posted by
In Frühling und Herbst müssen Autofahrer besonders aufpassen. Rehe und Hirsche machen sich dann auf den Weg und sorgen Jahr für Jahr für erhebliche Schäden. 300.000 Wildunfälle mit einer Versicherungsbilanz von 425 Millionen Euro wurden alleine 2006 gemeldet. Der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) spricht von 220.000 Wildtieren, die unter die Räder gekommen sind. Dabei wurden 2800 Menschen verletzt und zehn getötet.
„Vorausschauend fahren“, rät Ulf Evert vom ADAC Schleswig Holstein deshalb in den Gebieten, die durch Wildwechsel-Schilder gesondert gekennzeichnet sind. In diesen Bereichen sollte ein großer Sicherheitsabstand zum rechten Fahrbahnrand eingehalten werden. Das gelte für alle Zonen, die einen Übergang von Wald und Feld darstellen. Wie viele Unfälle genau auf den unfreiwilligen Kontakt mit dem Wild zurückzuführen sind, lässt sich nicht sagen. Die Dunkelziffer ist nach Angaben des ADAC sehr hoch. Werde einem Tier ausgewichen und der Wagen lande an einem Baum, sehe man nicht auf Anhieb, dass es ein Wildunfall ist. Der Tipp der Verkehrsexperten: „Abblenden, stark abbremsen, aber nicht ausweichen.“ Sollte es dennoch krachen, sollte man mit einem Warndreieck und dem Warnblinker andere Verkehrsteilnehmer auf die Gefahr aufmerksam machen und die Polizei und den Förster informieren. Von der Polizei erhält der Fahrer dann eine Bescheinigung über den Wildunfall.
Maßnahmen, die derlei Unfälle verhindern könnten, sind Wild- und Grünbrücken. Sie ähneln Fußgängerüberwegen und sollen die Tiere über die Straße leiten. Eine weitere Möglichkeit, die von den Jägern bevorzugt würde, sind Infrarotsensoren, die auf die Rehe und Hirsche reagieren. Nähere sich ein Tier, leuchte ein Schild auf und warne die Autofahrer. Erfolgreich in Betrieb ist dieses System beispielsweise in der Schweiz. Die deutschen Behörden sind aus Kostengründen dagegen. Zudem seien die Anlagen auch nicht übermäßig wirksam.
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