Do, 15th Mai, 2008 - Posted by
BMW hat es vorgemacht: Eine in den USA befindliche Produktionsstätte kann äußerst rentabel sein. Die Möglichkeit, Fahrzeuge für den derzeit noch größten Fahrzeugmarkt der Welt zu produzieren, ist für die Autohersteller von großem Vorteil – gerade in den Zeiten eines starken Euros. Aufgrund der anhaltenden Dollarschwäche sehen sich viele europäische Hersteller dazu gezwungen, ihre Fahrzeugpreise in den USA anzuheben oder die Fahrzeuge mit Verlust zu verkaufen. So auch Volkswagen: Der Imageträger Tiguan wird in den USA unter Wert verkauft.
Doch damit könnte schon in naher Zukunft Schluss sein. Bereits seit Tagen wird öffentlich über den Bau eines Volkswagen-Werks in den USA spekuliert. Zwar hat der Aufsichtsrat des Konzerns noch keine Entscheidung über den Bau getroffen, doch im Management scheint man sich über den Bau einig zu sein – lediglich die Frage über den Standort ist noch nicht gefallen.
Langfristig gesehen wird Volkswagen diesen Weg gehen müssen, um in den USA richtig Fuß fassen und den großen Konkurrenten Toyota angreifen zu können. Allerdings scheint der Zeitpunkt nicht gerade optimal gewählt: Das Konsumverhalten der US-Amerikaner hat schon bessere Zeiten erlebt. Aufgrund der Hypothekenkrise ist die Kaufkraft stark gesunken: Seit Jahren steigender Verkaufszahlen musste der Branchenprimus Toyota erstmalig einen Rückgang vermelden.
Sollte das US-Werk von Volkswagen kommen, so werden dort mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht nur VW-Modelle vom Fließband laufen. Die Konzerntöchter Audi und Porsche werden sich diese Ressource ebenfalls zu nutze machen und eventuell das eine oder andere Modell in den USA produzieren. Vor allem Porsche könnte von dem Werk enorm profitieren – immerhin werden die meisten Modelle des Cayenne in die USA verkauft.
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