Do, 15th Mai, 2008 - Posted by
Noch vor wenigen Tagen wurden die Deutsche Alleenstraße als Reiseziel angepriesen. Wer die Alleen in Brandenburg genießen möchte, muss sich beeilen – denn die Landesregierung von Brandenburg plant einschneidende Veränderungen, sodass es kein geschlossenes Blätterdach mehr geben wird.
Viele Auto- und Fahrradfahrer genießen eine Fahrt durch schattige Alleen, weil man hier noch gemütlich reisen kann. In Brandenburg, dem bislang alleenreichsten Bundesland in Deutschland, soll dies immer seltener möglich sein, denn die Landesregierung plant Abholzung älterer Alleebäume und die Anpflanzung neuer Bäume mit einem Abstand von 4,50 Meter von der Fahrbahn. Außerdem sollen die nebeneinanderstehenden Bäume weiter auseinanderstehen. Damit ist klar, dass die kleinen Jungbäume auch in mehreren Jahren an den Kronen nicht mehr zusammenwachsen – das für Alleen typische geschlossene Blätterdach wird es kaum noch geben.
Das brandenburgische Verkehrsministerium möchte mit dieser Maßnahme die Zahl der tödlichen Verkehrsunfälle reduzieren. Bis zu 35 Prozent aller Verkehrstoten kollidieren mit einem Straßenbaum. Stehen die Bäume weiter weg von der Straße und wäre der Abstand zwischen den Bäumen größer sollen die Unfallzahlen um 25 Prozent zurückgehen. Kritik kommt von Natur- und Umweltschutzverbänden und Schutzgemeinschaft Brandenburger Alleen, weil es ja nicht die Bäume wären, die Unfälle verursachen, sondern die Autofahrer. Wie sich diese Maßnahme auf den Tourismus in dieser strukurschwachen Region auswirken wird, wird sich erst zeigen.
![]() |
Noch keine Kommentare.