Über die Schmerzgrenze beim Spritpreis
Erst in der vergangenen Woche habe ich über die Rekordpreise berichtet, die derzeit an den Tankstellen vorherrschen. Meiner persönlichen Meinung nach hat der Spritpreis allmählich ein Niveau erreicht, bei dem das Autofahren keinen Spaß mehr macht. Allerdings scheinen große Teile der Bevölkerung das völlig anders zu sehen. Wie aus einer aktuellen Umfrage hervorgeht, ist die Schmerzgrenze bei vielen Menschen noch lange nicht erreicht.
Das Magazin „Vanity Fair“ hat eine Umfrage in Auftrag geben, um herauszufinden, wie die Autofahrer zu den aktuellen Spritpreisen stehen bzw. ob sie ihr Fahrverhalten den Preisen anpassen werden. Aus den Umfrageergebnissen geht deutlich hervor, dass die Preise für Benzin und Diesel noch erheblichen Spielraum nach oben haben, bis den Menschen die Freude am Fahren vergeht. Rund 35 Prozent der Befragten gaben an, dass für sie keine Höchstgrenze beim Spritpreis existiert. Demnach könnte sich der Benzinpreis verdoppeln oder sogar verdreifachen und die Menschen würden immer noch ins Auto steigen. In Haushalten mit vergleichsweise hohem Einkommen (einem monatlichen Nettoeinkommen von mehr als 2.500 Euro) vertreten noch mehr Menschen diese Ansicht. Dort soll es für rund 50 Prozent der Befragten keine Rolle spielen, wie sich die Kraftstoffpreise entwickeln werden.
Selbstverständlich gaben auch mehrere Menschen an, dass für sie sehr wohl eine Preisobergrenze existiert. Hier wird es jedoch schwierig, einen Durchschnittswert zu ermitteln: Verallgemeinert lässt sich sagen, dass rund 20 Prozent der Befragten nicht dazu bereit sind, mehr als maximal zwei Euro für einen Liter Benzin zu bezahlen.
Allerdings stellt sich die Frage, welche Möglichkeiten für den Verbraucher existieren, um einen Schlussstrich zu ziehen. Sollte beispielsweise die persönliche Obergrenze beim Benzinpreis überschritten werden, gilt es erst einmal eine Lösung zu finden, um sich weiterhin ohne Auto fortbewegen zu können. Im Endeffekt wird es wohl eher darauf hinauslaufen, dass einige Menschen auf weniger wichtige Fahrten verzichten. Doch die tägliche Fahrt mit dem Auto zur Arbeit wird wohl bleiben müssen.

