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Radler-Unfälle und Strafen für Pedalritter

Do, 8th Mai, 2008 - Posted by Wolfgang -

Mit ‘m Rad ins Bad

rbw. Ach, was sind und waren sie doch platt, die Sprüche gegen die Radler von einst: “Wer sein Rad liebt, der schiebt…!” Und das beinhaltete auch schon die volle Häme zu einem “geschobenen Plattfuß” am Rad.

Nach Jahren des Fahrradbooms fallen Radler inzwischen eher auch auf, weil ihrer Zahl und Beteiligung wegen auch das Unfallrisiko zu senken ist und weil Aggressionen im Straßenverkehr abzubauen sind. Experten fordern: Kontrolle nach allen Seiten und gleiches Recht für alle.

Nach Jahren der Radler-bunt-ist-in-Verkleidung und der 1000-Treter-Tour-de-Ländle (mit dem SWR in Baden-Württemberg) scheint es heute besser zu sein, ihnen aus dem Weg zu gehen. Denn kaum ist die Winterpause beendet, schwärmen die Radler wieder aus. Und das oft so hemmungslos, dass vor ihnen gewarnt werden muss. Selbst für LKW-Fahrer ein Horror: “Ich fahre seit 25 Jahren Lkw und bin glücklich, bis jetzt noch keinen geplättet zu haben.”

Auffällig: die Radfahrer

“Die Aggressionen haben zugenommen, allein schon aufgrund der größeren Verkehrsdichte”, bestätigen Verkehrspsychologen, die längst schon notorische Verkehrssünder therapieren, zu denen inzwischen auch schon Radfahrer gehören. Was provozierten Unfällen voraus ging, ist meist eine verbale Entgleisung und damit nicht der zufällige Unfall als unabwendbares Ereignis..

Aber warum immer öfters die Radfahrer? Die einst vornehmen Vertreter der sanften Mobilität. Für den Verkehrsexperten leider eine eingeschränkte Sichtweise: “Auch Fahrradfahrer sind fähig zur Aggression, auch sie verstoßen gegen die Regeln und nehmen Sonderrechte in Anspruch, echte oder eingebildete. Und es gibt genügend Autofahrer, die sich davon provozieren lassen.”

Auch bei den Statistikern sind Radler auffällig geworden. Jährlich werden rund 75 000 Radler gezählt, die bei einem Verkehrsunfall verletzt werden. Bei den Unfall-Toten mit dem Rad, rund 600 im Jahr, und den schwer verletzten Radlern ist der Trend rückläufig. Aber eben dieser Trend ist laut “Fahrradbericht der Bundesregierung” dann auch “erheblich geringer ausgeprägt als beim Gesamtverkehr”.

Als bedenklich gilt die unbekannte Zahl an Rad-Unfällen auch deshalb, weil viele Ereignisse mit Radunfällen nicht gemeldet werden und als “Dunkelziffer” regelrecht verschwinden. Bei nur geringer Fahrleistung mit 2,7 Prozent des Gesamtverkehrs ist der Radverkehr doch recht unfall-trächtig. Ein Vergleich zeigt: Der Radler-Anteil an allen Verletzten durch Verkehrsunfall ist jedoch fast siebenmal so hoch. Bei der Schuldfrage, so der Regierungs-Report, sind nicht etwa die Radfahrer meist unschuldig, sondern in etwa 40 Prozent Verursacher. In der Begegnung Velo contra Fußgänger tragen Radler sogar in mehr als 60 Prozent die Schuld.

Im nationalen Radverkehrsplan der Bundesregierung wird zwar das Fehlverhalten mit ungenügenden Radverkehrs-Anlagen und mit einigem Verständnis für deren “Umwege-Empfindlichkeit” der Pedaltreter erklärt, doch propagiert die Polizei eher “Null Toleranz fürs Risiko”. Ein Leitsatz auch in Münster, der in-offiziellen Rad-Hauptstadt Deutschlands, wo in 2007 sogar 46 Prozent aller Unfälle mit Radlern von diesen selbst verursacht wurden. Kontrollen, gebührenpflichtige Verwarnungen oder Anzeigen - Radler sind davon längst nicht mehr ausgenommen.

Null Toleranz und Strafen für alle

Noch sind sie wenig populär, doch Polizisten mit Bikes und Raduniformen sind nicht nur in Bremen auf Streife. Sie verfolgen die Regel-losen Radfahrer, klaren auf und verwarnen auch gegen “cash”. Im südbadischen und ’symbadischen’ Freiburg, einer weiteren velo-philen Hochburg, montierte man bereits 2006 eine Videokamera auf ein Polizei-Fahrrad, um auf diese Weise Rotlichtverstöße, Radweg-Nutzung in falscher Richtung, aber auch Radler-Behinderungen durch Autos aufzuzeichnen

Gestoppte “Sünder” bekamen ’s gleich per Monitor vorgeführt. Für Verkehrspsychologen sind dies alles Schritte in die richtige Richtung, denn Radfahrer müssen anderen Verkehrsteilnehmern gleichgestellt werden. Dies als Tatsache zu sehen beideutet auch die gleichen Kontrollen und dieselben Sanktionen.

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Category : Fahrrad / Recht+Gesetz / Statistik

Comments

Kommentar von Dirk Weller August 19, 2008

Ein typischer realitätsferner Bericht über die Welt des Radfahrens.
Ich fahre jedes Jahr circa 12000 km mit dem Auto, und 7000 km mit dem Rad.
Den grössten Teil der Rad-Kilometer in Innenstadtbereichen ( Kiel ).
Ich gehöre zu den wenigen Radfahrern, die immer auf der korrekten Strassenseite fahren, immer mit Licht und Helm fahren und tatsächlich ( so etwas gibt es ) NIE bei Rot über eine Ampel fahren.

Nützen tut mir all das GAR NICHTS !!
Ich könnte mindestens 4 - 5 x am Tag im Krankenhaus oder gar in der Leichenhalle landen, wenn ich nícht das Fehlverhalten von Autofahrern bereits vorweg erahnen würde.

Das wären z.B.:

Vorfahrtsverletzungen beim Abbiegen, Überholen mit viel zu geringem Sicherheitsabstand, “Herausrasen” aus Nebenstrassen und Ausfahrten und erst bremsen, wenn das Auto bereits mitten auf dem Radweg steht……etc. etc.
Alles Delikte, die für mich Prellungen, Knochenbrüche oder gar den Tot bedeuten können.

Ich unterstelle diesen Autofahrern übrigens keinen Vorsatz, sondern NUR Unwissenheit oder grobe Fahrlässigkeit.

Wenn Radfahrer tagein tagaus gleiche Erfahrungen machen, dann ist es kein Wunder, das die Bereitschaft sich an die Verkehrsregeln zu halten nicht so ausgeprägt ist.
Skurille und seltsame Radwege, Radwegsführungen, Ampelschaltungen, schlechter Zustand von Radwegen, dichtgeparkte Radwege , benutzungspflichtige LINKSSEITIGE Radwege etc. tragen dann auch noch dazu bei, sich überflüssig und unwillkommen vorzukommen.

Das Fehlverhalten vieler Radfahrer resultiert erst aus solchen Erlebnissen.

Weiter schreiben Sie, das in Münster 2007 46 % aller Fahrradunfälle von Radfahrern selbst verursacht wurden.
Das ist ein hervorragender Wert.
Denn meines wissens knapp die Hälfte aller Fahrradunfälle Alleinunfälle, bzw. Kollisionen von Radfahrern untereinander.
Rechnet man diese aus der Statistik heraus, dürften circa 75% aller Fahrradunfälle, bei denen Autos mit Radfahrern kolidieren, von Autofahrern verursacht.

Ein Wert der Ihnen und der Polizei eigentlich mehr Sorgen machen sollte.

Dirk Weller

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