Forschen für die Zukunft des Automobils
Die Autoindustrie kann es sich nicht erlauben, im Kaffeesatz zu lesen, welcher Antrieb zukünftig das Nonplusultra sein wird, oder sich auf den bisherigen Lorbeeren ausruhen. Um ganz vorne mit dabei zu sein, muss man schon selbst Kohlen schaufeln und den Zug in Fahrt bringen, statt später nur aufzuspringen und die aktuelle Entwicklung zu verpassen. Bei Mercedes-Benz hat man gleich mehrere Eisen im Feuer, um für die Zukunft gewappnet zu sein. Denn, so Dieter Zetsche, die Zeit ist reif für emissionsfreie Antriebe. Ob nun über eine Brennstoffzelle oder vollelektrisch auf Touren gebracht, stehe allerdings noch in den Sternen.
Daher werde bei Daimler auf beiden Gebieten mit Hochdruck gearbeitet. In punkto Lithiumionen-Batterie sei man bereits ganz vorne mit dabei. Und auch bei der Brennstoffzelle habe die Entwicklung einen Status erreicht, an dem man die Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen könne. Einzig an der Infrastruktur für die Betankung mit Wassersoff hapere es noch. Mitte des nächsten Jahrzehnts hofft Zetsche, dass alles soweit gediehen ist, dass Antriebe auf Brennstoffzellenbasis auch in großer Stückzahl auf den Markt gebracht werden können.
Einen Vorteil habe es, dass man bei Mercedes-Benz in beiden Bereichen forsche. Das Endprodukt, das eigentliche Auto, sei bei beiden Varianten identisch, angefangen bei der Batterie bis hin zur Versorgung der Nebenaggregate. Lediglich der Komfort für den Kunden unterscheide sich. Mit einer Tankfüllung Wasserstoff könne eine Reichweite von rund 400 Kilometern erreicht werden, wobei das Tanken nur rund zwei Minuten in Anspruch nehme. Das Elektroauto schaffe nur 100 bis 150 Kilometer, ehe die nächste Steckdose angesteuert werden müsse. Und dann dauere es bis zu sieben Stunden, ehe die Akkus wieder voll seien. Beim Blick auf die Kosten für die beiden Systeme ist der Mercedes Benz Chef recht zuversichtlich: „Durch intensive Forschung haben wir es geschafft, auf die Größenordnung heutiger Kosten zu kommen.“
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