Mi, 30th April, 2008 - Posted by
Der Auto Club Europa (ACE) verpasst den deutschen Tankstellen-Pächtern eine bittere Pille und macht sich damit sicherlich keine Freunde bei denen, die ihren Lebensunterhalt mit Sprit bestreiten müssen. Zum langen Maiwochenende ruft der ACE die deutschen Autofahrer dazu auf, einen großen Bogen um die heimischen Zapfsäulen zu machen und stattdessen den Tank bei den Nachbarn zu füllen. Denn jenseits der Grenzen gibt es Benzin und Diesel weitaus günstiger.
Tipps, wie man sich optimal auf den Tank-Tourismus vorbereitet, gibt es gratis dazu: Der Wagen sollte nur mit der Menge Treibstoff betankt werden, dass man gerade über die Grenze bis zur Tankstelle kommt, um dann zuzuschlagen. „Randvoll machen“ laute die Devise. „Wenn die Ölkonzerne und die Regierung nichts gegen den Preiswucher unternehmen, müssen sich die Autofahrer selbst helfen“, so der ACE. Während die Deutschen im Schnitt 1,43 Euro für Benzin und rund 1,35 Euro für Diesel hinblättern müssen, sind es in Österreich 1,21 bzw. 1,19 Euro. Die Preise in der Schweiz, Polen, Tschechien, Ungarn und Slowenien bewegen sich nach Angaben des Clubs auf einem ähnlichen Niveau, teils sogar noch darunter.
Österreichische Zeitungen sprechen angesichts der Ratschläge des ACE von einer „zweifelhaften Ehre“ für Österreich. Gleichzeitig wird kritisiert, dass viele kilometerweit fahren, um zu tanken. Der Umwelt komme das aufgrund des CO2-Ausstoßes nicht zugute. Der Aufruf, auch an das Klima zu denken, wird vermutlich nicht sonderlich viele beeindrucken. Zumal das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) aktuell darüber informiert, dass Autofahrer in Deutschland sich an die hohen Preise gewöhnen müssten. Es sei eine Illusion, dass Tanken eines Tages wieder deutlich günstiger werde – selbst, wenn die Ölpreise absackten. Auf lange Sicht müsse „in Sachen Mobilität grundlegend umgesteuert“ und auf alternative Antriebstechniken gesetzt werden.
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