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Explosive Stimmung beim Benzinpreis

Mo, 28th April, 2008 - Posted by Gerald -

Autofahrer würden im Moment am liebsten einen großen Bogen um jede Tankstelle machen. Alleine beim Blick auf die Preistafeln regt sich eine gewisse Wut gegen die Mineralölkonzerne und die Politik. Benzin und Diesel haben mal wieder ein Rekordhoch erreicht und ziehen allen, die auf den Wagen angewiesen sind, mit jedem Tropfen Sprit das Geld aus der Tasche. Die Zeit wäre reif für Veränderungen, schließlich wird Mobilität verlangt und sollte deshalb auch bezahlbar sein. Nur leider hat jeder andere Vorstellungen davon, was unternommen werden müsste, damit die Situation sich entspannt.

  • Der Allgemeine Deutsche Automobilclub (ADAC) fordert die Aussetzung der Ökosteuer und rechnet vor: Wer rund 15.000 Kilometer jährlich mit einem Golf fährt, der acht Liter Benzin auf 100 Kilometer schluckt, zahlt schon jetzt 9,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Im Vergleich zum Jahr 2003 seien es 34,5 Prozent. Bei einem Diesel kommt der ADAC auf ein Plus von 21,5 bzw. 52 Prozent.
  • Guido Westerwelle, Chef der FDP, betont weiterhin, dass der Mehrwertsteuersatz auf Öl, Gas und Strom von sieben auf 19 Prozent gesenkt werden müsse. Der Freie Demokrat nennt den Staat den größten Preistreiber, weil er zwei Drittel des Benzinpreises „mache“.
  • Heiko Maas, Vorsitzender der saarländischen SPD, spricht sich für eine vom Staat festgelegte Obergrenze bei den Spritpreisen aus. Vorbild für diesen Schritt sei Luxemburg. In der Bild am Sonntag fordert der Politiker Bundeskanzlerin Angela Merkel dazu auf, die Preistreiberei zu beenden.
  • Gregor Gysi von der Linksfraktion verlangt, dass sich die Kanzlerin endlich dazu äußert, ob die Koalition dazu bereit sei, die Preise für Heizöl, Gas und Sprit zu begrenzen.
  • – Emilia Müller (CSU), Wirtschaftsministerin aus Bayern, macht ebenfalls Druck: Die Steuerlast für Treibstoffe müsse gesenkt werden. Die Pendlerpauschale ab dem ersten Kilometer wieder einzuführen sei ein erster Schritt.

Große Hoffnung, dass Bewegung in den Streit um die Benzinpreise kommt, sollte man sich im Moment jedoch nicht machen. Ökonomen sehen in einer Steuersenkung noch keine Garantie dafür, dass die Preise sinken. Vielmehr könnten die niedrigeren Steuern dazu führen, dass die Mineralölkonzerne die Hand noch weiter aufmachten. Derzeit seien die Preise durch den Markt verursacht, in den der Staat nicht eingreifen dürfe. Das Finanzministerium sieht in den hohen Preisen einen Anreiz dafür, sich mehr Gedanken um einen sparsamen Verbrauch zu machen und betont, dass die Einnahmen des Staates nicht automatisch mit den Benzinpreisen steigen. Verluste machen wird er auch nicht – denn fahren müssen die meisten, um ihren Lebensunterhalt verdienen zu können.

Category : Verkehr / Wirtschaft

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