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Veränderung der Kaskoprämien in 2010

Di, 22nd April, 2008 - Posted by Christel -

Für Blechschäden haben Versicherer jährlich bis zu vier Milliarden EURO zu bezahlen. Es sind also nicht die Kfz-Werte, die ausschlaggebend dafür sind, in welche Kasko-Typklasse das Auto eingestuft wird, sondern vielmehr die durchschnittlichen Reparaturkosten, die nach Zusammenstößen mit anderen Autos zu Stande kommen. Die Allianz-Versicherungsgruppe hat in ihrem Zentrum für Technik, dem AZT, eine Crashbahn aufgebaut, die dafür genutzt wird, Verkehrsunfälle zu simulieren. Autos werden mit 15 Stundenkilometern gegen ein Hindernis fahren, um typische Kollisionen im Straßenverkehr zu nachzuahmen. Im Anschluss daran werden die Kfz nach Herstellerangaben repariert und lackiert. Die Material- und Arbeitskosten werden berechnet und das sich anschließende Resultat bestimmt dann, in welche Typklasse das Kfz-Modell eingestuft wird.

Von diesen Crashtest wissen auch die Kfz-Hersteller, so dass sie ihre Konstruktionen exakt auf diese optimiert haben, um möglichst sehr gute Testergebnisse zu erzielen. Allerdings sind diese Ergebnisse nicht übereinstimmend mit denen im Unfallgeschehen auf der Straße. Christian Weishuber, Allianz-Sprecher, erklärt, dass viele Kfz-Hersteller aus Kosten- und Designgründen die Stoßstangen nicht mehr in der gleichen Höhe anbringen, oder sie haben die Stoßstangen nicht mehr durch Querträger verbunden, sondern lediglich durch zwei kleine Höcker an den Seiten angebaut, die sogenannten Crashboxen. Dadurch würden unter anderem die Reparaturkosten unendlich steigen, schließlich können auch bereits bei geringen Auffahrunfällen ohne Abhalten der Stoßstangen die weichen Strukturen des gegnerischen Autos beschädigt werden, vor allem an Kühler, Klima-Kondensatoren und Lampen. Die Reparatur kann dann 200%-300% teurer werden laut Berechnungen der AZT.

Aus diesem Grunde hat die AZT einen neuen Test geschaffen. Bei diesem müssen die Kfz-Fahrer gegen die Replik einer Stoßstange fahren und nicht wie gewohnt gegen eine hüfthohe Barriere. Dieser Test wird ab 2010 weitere Grundlage für die Einstufung in die Typenklasse herangezogen werden. Zu bestehen ist dieser Test nur, wenn das Fahrzeug Stoßstangen besitzt, die von ausreichender Größe sind, um die Testbarriere zu treffen und nicht nach oben oder unten abzurutschen. Des Weiteren ist es entscheidend, dass die entstehende Aufprallenergie so absorbiert wird, dass keine Beschädigungen in der Kfz- Struktur beziehungsweise an den Innenteilen des Fahrzeugs entstehen.

In Zahlen ausgedrückt heisst das zukünftig für Besitzer, deren Auto mit lediglich einem Höcker anstelle einer Stoßstange ausgerüstet sind, um bis zu zwei Typklassen hochgestuft werden zu können, was dann bis zu 200 EURO Mehrkosten im Jahr bedeuten würde.

Category : Autos / Sicherheit / Versicherung

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