Nach dem Biosprit steht nun auch der Bio-Diesel in der Kritik
So richtig voran geht es hierzulande nicht bei den Biokraftstoffen. Nachdem vor einiger Zeit das Aus für den Biosprit E-10 verkündet wurde und das Bundesumweltministerium aufgrund mehrerer Millionen Fahrzeuge, die Probleme bekommen hätten, einen Rückzieher machen musste, sieht es beim für 2009 geplanten Bio-Diesel derzeit nicht wesentlich besser aus. Die siebenprozentige Bio-Beimischung zum Dieselkraftstoff kann zu Ausfällen führen, warnen jetzt das Deutsche Institut für Normung (DIN) und der Technische Überwachungsverein (TÜV) Süd. Betroffen seien vor allem Fahrzeuge, die schon ein paar Jahre älter sind.
Der Leiter der Abteilung Tank- und Kühlsysteme des TÜV Süd, Walter Geier, sieht beim Biodiesel zwei Gefahrpunkte: Einerseits könne der Treibstoff bestimmte Gummi-Mischungen angreifen. Andererseits habe der Biodiesel keine ausreichende Schmierwirkung. Teure Schäden seien deshalb sehr wahrscheinlich. Das Deutsche Institut für Normung geht noch einen Schritt weiter. Schon bei einer nur fünfprozentigen Biobeimischung komme es zu einer grenzwertigen Ölverdünnung. Mit sieben Prozent seien sicherlich fahrzeugtechnische Probleme zu erwarten. Darüber habe das Institut das Bundesumweltministerium bereits im August 2007 informiert.
Weniger Bedenken hat der Verband der Deutschen Biokraftstoffindustrie (VDB). Zwei Prozent Biodiesel mehr im mineralischen Diesel würden keine Schwierigkeiten verursachen, hießt es vom DVB mit Verweis auf das Nachbarland Frankreich. Hier gebe es diese höhere Beimischung bereits. Ähnlich sieht das auch das Bundesumweltministerium. Man sehe noch keine Anzeichen dafür, dass der Diesel B7 bei alten oder neuen Fahrzeugen zu Problemen führe. Die Entscheidung über die Einführung folge allerdings erst dann, wenn der DIN-Ausschuss seine Arbeit beendet habe.

