Kleiner Wegweiser zur richtigen und günstigen Kfz-Versicherung
Kaum eine andere Pflichtversicherung gleicht so sehr einem Baukasten wie die Kfz-Versicherung. Tauscht man auch nur Element aus, verändert sich das Bild und steht unter dem Strich eine neue Prämie – mal höher, mal niedriger. Aus dieser Wandlungsfähigkeit ergibt sich bei der Autoversicherung eine kaum überschaubare Anzahl an Tarifen, Tarifmodellen und speziellen Rabatten. Autofahrer, die bei der Versicherung sparen wollen, müssen sich die Mühe machen, zu überprüfen, welche Bausteine sie haben, ob sie nötig sind oder sich verändern lassen, und dann auf „Brautschau“ gehen. Denn bei der Prämie für die Autoversicherung liegen die Unterschiede bei bis zu 300 Prozent für den gleichen Leistungsumfang. Da macht es sich schnell bezahlt ein paar Ratschläge zu befolgen und zu vergleichen.
Entscheidend sollte bei allen Bemühungen um eine günstige Kfz-Versicherung immer der Versicherungsschutz bleiben. Denn erst, wenn es einmal zu einem Schaden gekommen ist, sieht man, ob das Versicherungsunternehmen hält, was es in Prospekten und im Internet verspricht. Die Leistung macht dann den Unterschied und da sollte man sich nahezu blind auf seine Versicherung verlassen können und nicht alleine gelassen werden. Bei diesem Punkt stellt sich dann die Frage, ob eine Onlineversicherung die richtige Wahl ist. In der Regel liegen die Prämien bei einer reinen Online-Kfz-Versicherung unter denen der Konkurrenz. Das Sparpotential ist gegeben. Dafür hat man keinen Ansprechpartner vor Ort. Für jüngere Versicherungskunden stellt das im Normalfall kein Problem dar. Sie erledigen ohnehin vieles online oder am Telefon. Ältere Autofahrer hingegen schätzen es, sich bei Fragen oder einem Schaden direkt an einen Mitarbeiter wenden zu können und alles unter vier Augen regeln zu können.
Hat man sich für eine Form der Kfz-Versicherung entschieden – online oder konventionell über den Vertreter –, geht es an den Feinschliff, sprich die genaue Abstimmung der Versicherung an die persönlichen Wünsche und Voraussetzungen. So wird in jeder Police für die Autoversicherung eine bestimmte Fahrleistung pro Jahr vereinbart. Ob man wirklich so viel fährt, wie man angegeben hat, verrät der Kilometerzähler. Liegt man deutlich darunter, kann schon bei diesem Faktor das Rabattsystem der Versicherungen greifen. Zu niedrig sollte man nicht gehen, sondern immer schön bei der Wahrheit bleiben. Das macht sich im Schadensfall bezahlt. Ein zweiter Punkt, der sich im Vertrag niederschlägt, sind die Fahrer, die das versicherte Fahrzeug steuern. Sind Fahranfänger in der Familie und nutzen die Autos von Vater oder Mutter, schlägt sich das als Risiko merklich in der Prämie wieder. Den Vertrag nach dem 25. Geburtstag des Nachwuchses entsprechend anzupassen, bringt sofort eine Ersparnis mit sich. Ähnlich sieht es bei der Kaskoversicherung aus. Für Neuwagen schließen die Kunden meist eine Vollkaskoversicherung ab. Damit sind sie vor allen Risiken, auch denen, die sie selbst verantworten müssen, sicher. Hat der Wagen dann aber ein paar Jahre auf dem Buckel, entscheiden sich viele für die Teilkasko. Ob man dadurch sparen kann, muss man mit der Versicherung abklären. Ist die Vollkaskoversicherung bereits sehr günstig, erweist sich die Teilkasko manchmal als teurer und bringt der Wechsel somit wenig.
Werden die Punkte Laufleistung und Fahrer sowie Kasko berücksichtigt, muss nicht einmal das Versicherungsunternehmen gewechselt werden, um zu sparen. Das ist ohnehin nicht zwingend nötig, um günstiger versichert zu sein. Fühlt man sich gut beraten und betreut, bringt ein Anruf oft viel. Meist kann man problemlos in einen preiswerteren Tarif wechseln, bleibt aber bei der gleichen Versicherung und spart sich den Anbieterwechsel. Ansonsten gilt: Vergleichen hilft. Die Tarifrechner auf den Internetseiten der meisten Versicherungen machen es sehr einfach, anhand der Daten die Prämie berechnen zu lassen. Natürlich kann man sich auch im Gespräch mit dem Versicherungsmakler, per Telefon oder schriftlich entsprechende Angebote unterbreiten lassen, um vergleichen zu können. Berücksichtigen sollte man dabei, dass einige Anbieter spezielle Tarife im Angebot haben, beispielsweise für Akademiker oder Fahrer, die ihren Wagen mit einem Gastank nachgerüstet haben und somit etwas für die Umwelt tun. Passt man in das erforderliche Profil, besteht durchaus die Möglichkeit, sich günstiger versichern zu lassen.
Ein weiterer Faktor, der sich auf die Prämie auswirkt, ist die Selbstbeteiligung. Ob sie nun 150 oder 300 Euro beträgt: Schon bei einem kleinen Parkrempler liegt der Schaden meist wesentlich höher. Bei der Höhe des Selbstbehalts ist ein gutes Mittelmaß sicherlich die richtige Wahl. Zu hoch sollte man nicht gehen, auch wenn dadurch noch mehr gespart werden kann. Unterliegt man ohnehin einem höheren Risiko, weil man viel unterwegs ist – als Pendler oder Vertreter beispielsweise – kann man bei vielen Versicherungsunternehmen inzwischen einen Schaden pro Jahr als frei vereinbaren. Die Schadensfreiheitsklasse ändert sich nach dem ersten Schadensfall im Jahr nicht. Erst, wenn man ein zweites Mal die Versicherung um Hilfe bitten muss, wird man herabgestuft. Die Prämie mag durch diese Vereinbarung um ein paar Prozent höher ausfallen. Das Geld hat man allerdings schnell wieder raus, sollte es wirklich zum Unfall kommen – denn eine Rückstufung ist häufig teurer.

