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Lärmkarte zeigt, wo es besonders laut ist

Abgelegt unter: Verkehr, Umwelt — Andre at 1:19 pm on Dienstag, April 8, 2008

Lärm macht krank. Wer an einer viel befahrenen Straße wohnt, auf der auch nachts noch ständig Lastwagen und Pkw unterwegs sind, wird sich mit der Zeit vielleicht an den Lärmpegel gewöhnen, aber nach wie vor darunter leiden. Im Sommer müssen die Fenster geschlossen bleiben, weil es sonst zu laut ist. Teilweise ist es nicht einmal mehr möglich, mit Freunden und Bekannten gemütlich im Garten zu sitzen. Diese Lärmbelästigung soll nun eingedämmt werden. Ein erster Schritt dazu ist die Lärmkartierung für NRW, die von Umweltminister Eckhard Uhlenberg (CDU) vorgestellt wurde.

Aufgerufen werden kann die Karte über umgebungslaerm.nrw.de. Dargestellt werden die zwölf Ballungsräume in Nordrhein-Westfalen, 3600 Kilometer der Straßen, die als besonders verkehrsreich gelten, und der Fluglärm. Insgesamt liegen die Daten für 270 Städte vor. „Wir brauchen eine Trendwende bei der Lärmbelastung“, so Uhlenberg. Immerhin litten zwei Drittel der Bevölkerung unter dem Verkehrslärm. In 16 Prozent der Fälle sei der Geräuschpegel so hoch, dass langfristige Gesundheitsschäden zu befürchten seien. Betroffen davon sei vor allem NRW als verkehrsreichstes Bundesland. Hier fließe ein Fünftel des bundesweiten Straßenverkehrs. „Die Qualität des städtischen Wohnraums leidet darunter. Viele Stadtviertel gelten als unattraktiv, weil sie zu laut“, machte Eckhard Uhlenberg deutlich. Als Grenzwerte nannte er am Tag 70 und in der Nacht 60 Dezibel.

Seine Bemühungen ernteten bei den Grünen im Landtag nur Kritik. „Wir sind Schlusslicht bei der Lärmbekämpfung“, mahnte Johannes Remmel als umweltpoltischer Sprecher. Die Lärmkarte hätte schon neun Monate früher vorliegen müssen, um der EU-Richtlinie zur europaweiten Lärmbekämpfung gerecht zu werden. Zudem biete das Ministerium mangels einer integrativen Stadt- und Verkehrsplanung den Kommunen nach wie vor keine Hilfestellung. Das solle sich ändern, ließ Uhlenberg wissen. Man werde sich darum bemühen, dass vom Bund Gelder für die Gemeinden bereit gestellt werden, um beispielsweise lärmschluckende Straßenbeläge finanzieren zu können.

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