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Todesanzeigen und Schock-Videos gegen Raser

Mi, 19th März, 2008 - Posted by Andre -

Mit dem erhobenen Zeigefinger oder einem sachten Klaps auf die Finger ist es oft nicht getan. Die Appelle, sich an die Höchstgeschwindigkeiten zu halten und seine Fahrweise den Gegebenheiten anzupassen, prallen bei notorischen Rasern, die sich hervorragende Fahrkünste einreden, einfach ab. Jetzt versuchen das Bundesverkehrsministerium und der Deutsche Sicherheitsrat es mit drastischeren Mitteln. „Runter vom Gas“ nennt sich die Kampagne, bei der unter anderem Todesanzeigen wachrütteln sollen.

Gezeigt werden auf den Plakaten und in den Anzeigen Paare, Familien und Freunde als sie noch glücklich waren und sich am Leben erfreuten, bis ein Unfall alles zunichte machte. „Gabi, Frank, Mia und Max T. - Wollten schnell nach Hause“ ist dort beispielsweise zu lesen, unter einem schwarzen Kreuz. „Wir wollen den Zahlen ein Gesicht geben, deshalb konzentriert sich die Kampagne auf das menschliche Leid“, informierte Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee über das Konzept. Der Hintergrund sind die Statistiken zu Verkehrsunfällen und Verkehrstoten. Zwar nahm die Zahl der Toten um 2,4 Prozent ab, dafür stieg die der Unfälle um 2,7 Prozent. Bei einem Drittel der schweren Unfälle war zu hohes Tempo die Ursache. Als besonders riskant schätzt der Bundesminister dabei die Landstraßen ein, auf denen häufig zu schnell gefahren werde.

Der Kampf gegen die Raser soll jedoch nicht ausschließlich mit optischen Mitteln geführt werden. Wer nicht hören will, soll fühlen, lautet das Motto. Für Anfang 2009 ist geplant, die Bußgelder für Raser und Drängler deutlich nach oben zu schrauben. Welche Beträge in Frage kommen, steht noch nicht fest. Es gibt nur die Zahlen, die schon im vergangenen Jahr durchgesickert waren. Bei einer Überschreitung des Limits um 60 Kilometer die Stunden sollen es demnach 680 statt 425 Euro sein. Gleichzeitig wird ein Tempolimit für Kleinlaster von 130 angepeilt.

In Nordrhein-Westfalen arbeitet die Polizei seit einiger Zeit ebenfalls mit dem Schock-Effekt und hat dabei vor allem Motorradfahrer im Visier, die sich nicht an die Vorgaben halten wollen. Wer erwischt wird, darf Video gucken. Das, was dabei zu sehen ist, zeigt durchaus Wirkung. Das ist jedenfalls die Einschätzung der Beamten vor Ort. Denn an einem Unfall vorbeizufahren oder die schrecklichen Details einmal genauer sehen zu müssen, ist ein gewaltiger Unterschied. Bisher wurden die Spots 1000 Mal gezeigt – auch in Fahr- und Berufsschulen, damit die Einsicht nicht erst kommt, wenn es schon zu spät ist.

Category : Sicherheit / Verkehr

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