Ecclestone setzt Australier unter Druck
Nett, dass Bernie Ecclestone an uns Europäer denkt. Sein Wunsch, auch in Australien ein Nachtrennen zu starten, damit die Zuschauer hierzulande um 14 Uhr vor dem Fernseher den Kampf der Boliden verfolgen können, wird sich vermutlich aber nicht erfüllen. In Down Under steht man den Forderungen des Formel-1-Bosses eher kritisch gegenüber. Viele fordern bereits, ganz auf die Rennen zu verzichten. Sie wollen für ein paar Fans mehr am Bildschirm nicht wertvolle Energie verschwenden.
Doch das interessiert den 77jährigen Briten herzlich wenig. In dem Punkt zeigt er sich unnachgiebig. Selbst die Bemühungen von Ron Walker, der als Grand-Prix Chef den Start bereits um 90 Minuten nach hinten verschoben hat und verspricht, 2009 nochmals eineinhalb Stunden später zu starten, werden nur herablassend kommentiert. „Das ist nicht das, was wir wollen. Was wir hier brauchen, ist ein Nachtrennen“, so Ecclestone. Würde man seine Pläne umsetzen, müssten die Ampeln in Melbourne um Mitternacht das Startsignal für die Fahrer geben. Denn der Zeitunterschied beträgt zehn Stunden. Bei einem normalen Start gegen 14 Uhr Ortszeit sind die Fans in Europa gezwungen, den Wecker spätestens um 4 Uhr morgens klingeln zu lassen.
In Singapur scheint Bernie Ecclestone seinen Willen durchgesetzt zu haben. Hier startet am 28. September das erste Nachrennen. Dort hat man es auch etwas leichter, da nur sechs Stunden zu überbrücken sind. Die australischen Politiker lassen sich vom Formel-1-Chef deshalb nicht unter Druck setzen, auch wenn der Vertrag derzeit nur bis 2010 gültig ist und die Verlängerung auf dem Spiel steht. Sie würden die Pläne nicht unterstützen, weder heute, noch im Jahr 2010, sagten sie den Reportern. Die Motorsportfans in Australien müssen nun bangen und abwarten, wie Ecclestone reagiert.

