Rendite bei BMW soll über Stellenabbau verbessert werden
Sechs Milliarden Euro will BMW einsparen, zum einen durch den Abbau von Personal, zum anderen durch niedrigere Materialkosten. Grund für die Maßnahmen: Die Umsatzrendite stimmt nicht mehr. Derzeit liegen die Bayerischen Motorenwerke bei einem Wert von unter sechs Prozent. Acht bis zehn Prozent sollen es werden. Solange der Dollar im Bereich von 1,50 Euro liegt, ein schwieriges Unterfangen, das – wie so oft bei Konzernen – von den Mitarbeitern getragen werden soll. Zusätzlich zu den bereits jetzt geplanten 8100 Stellen weniger könnten noch weitere Arbeitsplätze wegfallen. Dann allerdings in den USA.
Betroffen vom Abbau sind die Standorte München, Dingolfing und Regensburg. Das Leipziger Werk bleibt bei den Kürzungen weitgehend außen vor. Die aktuelle Marschroute sieht vor, dass 5000 Zeitarbeitskräfte gehen müssen. Weitere 2500 Stellen gehen beim Stammpersonal verloren, nicht durch Entlassungen, sondern dadurch, dass frei werdende Posten nicht mehr besetzt werden, Altersteilzeit oder freiwilliges Ausscheiden. Der Konzern geht ohnehin davon aus, zukünftig weniger Mitarbeiter zu benötigen. Die eher positive Vermutung, zehn Prozent mehr Autos verkaufen zu können, wurde auf drei bis vier Prozent nach unten korrigiert.
Freunde macht sich BMW mit dem Renditedenken zulasten der Mitarbeiter nicht. Selbst in den eigenen Reihen wird der Zeigefinger erhoben. Aufsichtsratsmitglied Werner Neugebauer, gleichsam Chef der bayerischen IG-Metall, warnt davor, derart kurzsichtig zu denken. Er spricht von Kulturbruch und sieht Personalvorstand Ernst Baumann als Scharfmacher, der nur die Höhe des Börsenkurses nach oben treiben will. Wenn BMW sich eine solche Kultur aneigne, müsse das Unternehmen damit rechnen, dass auch die IG Metall andere Töne anschlage.

