Viele Schulbusse fallen im Test durch
Auf Deutschlands Straßen sind viele Fahrzeuge unterwegs, die besser stillgelegt würden. Rostige Aufbauten, schlampig montierte Bremsschläuche und Reifen, die ihre besten Tage schon lange hinter sich haben, gehören zu dem, was Zoll und Polizei tagtäglich zu sehen bekommen. Besonders ärgerlich ist, zumal es um die Sicherheit der Kinder geht, dass auch Schulbusse betroffen sind, wie eine aktuelle Überprüfung des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC) in Zusammenarbeit mit der Polizei ergab.
Bei 141 Bussen, mit denen die Jungen und Mädchen morgen abgeholt und (nach)mittags wieder nach Hause gebracht werden, blickte der ADAC hinter die mit Werbung verzierte Außenhülle. Das Ergebnis ist erschreckend. Bei sieben der überprüften Fahrzeuge stellte man erhebliche technische Mängel fest. Zwei der Schulbusse wurden gleich ganz aus dem Verkehr gezogen. Bei einem war die Bremsanlage undicht, beim anderen stachen Blechteile in der Karosserie hervor. Das wirft kein gutes Licht auf die Unternehmen, die im Auftrag den Schülertransport übernehmen. Denn die beiden schwerwiegendsten Fälle scheinen nur die Spitze des Eisbergs zu sein. Zwölf Mal gab es Mängel an den Reifen, zehn Mal war die Karosse nicht in Ordnung, die Nothähne, mit denen sich die Türen öffnen lassen, funktionierten teilweise nicht – um nur einige der Ergebnisse zu nennen.
Ein zweites Problem hat der ADAC im Gedränge und dem Kampf um einen Sitz- oder Stehplatz ausgemacht. Viele Busse bieten zu wenig Raum und zu wenig Plätze. Dabei komme es immer wieder zum Gerangel, das schon oft in schweren, wenn nicht gar tödlichen Unfällen endete. Kinder wurden vom Bus mitgeschleift oder an der Haltestelle überfahren, weil sie geschubst wurden und vor den Bus gefallen sind. Um diese Gefahrenquellen auszuschalten, spricht sich der ADAC für Sicherheitspersonal an den Haltestellen und in den Bussen aus. Wichtig wäre vielleicht auch, den Busfahrern ein wenig den Druck zu nehmen. Denn mit einem Schulbus mit 100 statt den erlaubten 60 Sachen durch die Lande zu rasen, um Fahrpläne einzuhalten, kann auf Dauer nicht gutgehen.

