Pay as you drive Autoversicherung

Ein neues Konzept könnte im Bereich der Kfz-Versicherung zu grundlegenden Veränderungen bei der Beitragsermittlung führen. Es ist die Rede von der so genannten “pay as you drive insurance“. Wie es der Name bereits verrät, handelt es sich hierbei um eine Autoversicherung, bei welcher die Beitragshöhe von der Fahrweise des Eigentümers abhängig ist.

Die Fahrweise des Fahrers sowie der Nutzungsgrad des Fahrzeugs werden mit Hilfe modernster Technologie ermittelt. Die Fahrzeuge der Versicherungsnehmer werden mit speziellen GPS-Systemen ausgestattet, die kontinuierlich Informationen an die Versicherungsgesellschaften übermitteln. Einzelne Werte bzw. Faktoren wie die die Höhe der gefahrenen Kilometer, Geschwindigkeitsüberschreitungen und die Uhrzeiten, zu denen das Fahrzeug bewegt wird, nehmen dann auf die Höhe des Versicherungsbeitrags Einfluss.

Pay as you drive wird bereits ausgiebig getestet. In England werden entsprechende Test seit dem Jahr 2005 durchgeführt. Seit Ende des vergangenen Jahres sind auch in Deutschland 1.500 Fahrzeuge unterwegs, die mit der entsprechenden Hardware ausgestattet sind. Bei diesen Fahrzeugen handelt es sich um die Fahrzeuge von Fahranfängern – der Gruppe von Autofahrer, die in aller Regel die höchsten Versicherungsbeiträge entrichten muss. Durchgeführt wird der Test von der WGV-Versicherung.

Vermutlich wird es aber noch eine ganze Weile dauern, bis die Experten der Versicherungsgesellschaften die gewonnen Ergebnisse ausgewertet und ein Modell entwickelt haben, mit dem sich Versicherungsbeiträge ermitteln lassen, die tatsächlich den Risikoprofilen der Autofahrer entsprechen. Außerdem wird es bestimmt einige Fahrer geben, die sich nicht für dieses Konzept der Beitragsermittlung begeistern können – denn in gewisser Weise, gibt man mit dem pay as you drive System eine ganze Menge an Informationen über sich und seine Autofahrten preis.

Comments

  1. Olli says:

    Ich halte das für keine schlechte Idee – so zahlt man einen angemessenen Preis und wird nicht über einen Kamm geschätzt, äh, geschoren..

  2. Richard says:

    Der Gedanke, dass man soviel Autoversicherung bezahlt wie man fährt, ist zwar lobenswert. Trotzdem denke ich das in Deutschland das nicht in absehbarer Zeit eingeführt wird. Zum einen würden die Versicherungsunternehmen viel weniger verdienen, da die meisten die Kilometeranzahl sowieso nicht fahren und zum anderen, dass Versicherungsunternehmen über GPS Daten zur Erfassung von gefahrenen Kilometer usw. sammeln wird die Datenschützer wieder auf die Barrikaden bringen.

  3. dave says:

    sicherlich werden sich viele Fahrer dagegen sträuben – denn im Hinblick auf den Datenschutz / Persönlichkeitsphäre ist das ein starker Eingriff. Auch die Versicherer werden vermutlich wenig Interesse haben, weniger einzunehmen.

    Auf der anderen Seite gibt es mit Sicherheit einige Versicherungsanbieter, die auf diese Weise neue Kunden gewinnen können. Einige Fahrer (gerade Führerschein-Neulinge und Rentner) könne auf diese Weise ihre Versicherungsweise deutlich senken – sofern sie denn selten oder nicht gerade zur Hauptverkehrszeit durch Großstädte fahren…

Trackbacks

  1. [...] “Pay as you drive” könnte Auswege aus der Dilemma bieten, denn “Pay As You Drive“ gestattet Versicherungsgesellschaften, Prämien anzubieten, die das individuelle Fahrverhalten ihrer Kunden widerspiegeln. [...]

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