Fr, 25th Januar, 2008 - Posted by
Es gab Zeiten, da wurden Autos nicht ausschließlich nach den Ergebnissen von Windkanaltests gestaltet. Reine Ästhetik und ein Stückchen Pragmatik prägten das Design. Beim Volvo P1800 ES etwa, einem Kombi-Coupé mit Steilheck, war die Vorgabe ganz einfach: In den Wagen musste problemlos eine komplette Golfausrüstung passen. Warum? Weil der amerikanische Markt zu diesem Zeitpunkt genau nach solchen Fahrzeugen verlangte. Jan Wilsgaard setzte die Idee um und schuf einen Klassiker, der von 1971 bis 1973 produziert wurde.
Lange hat es nicht gedauert und der Volvo war weniger unter seiner Modellbezeichnung P1800 ES bekannt, sondern unter dem Spitznamen, den ein Redakteur der “Auto Motor und Sport” ihm gab: Schneewittchensarg. Der Titel passt. Denn das Auto verfügt über sehr große Seitenscheiben. Das alleine machte den Volvo noch nicht zu etwas Besonderem. Den Ausschlag gab die ganz aus Glas bestehende Heckscheibe. So erinnerte der Volvo ein wenig an den gläsernen Sarg, in den die sieben Zwerge Schneewittchen betteten. Da das Wortspiel Sarg im Zusammenhang mit einem Auto eher negativ aufgefasst wurde, liefen nur sehr wenige 1800 ES vom Band. 8077 Schneewittchensärge wurden produziert.
Teilweise war auch der Preis für die magere Nachfrage verantwortlich. 26.150 Mark bzw. über 5.000 US-Dollar kostete der Wagen 1973. An Leistung brachte er 124 bzw. 115 PS in der für die USA bestimmten Variante. Damit kam der Volvo auf bis zu 190 km/h und schaffte es von null auf einhundert in 10,8 Sekunden bei einem Verbrauch von bis zu 14 Litern. Auf Trab gebracht wurde der 1800 ES von einem Viergang-Getriebe mit Overdrive. Technisch hat sich in den vergangenen Jahren sicherlich viel getan. An der Optik des Schneewittchensargs hat Volvo aber anscheinend Gefallen gefunden. Ein wenig erinnert die Heckpartie des C30 an die seines 70er-Jahre-Vorgängers.
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