Fr, 21st Dezember, 2007 - Posted by
BMW streicht 8 000 Stellen in Deutschland. Und es kommt, wider Erwarten, kein Aufschrei der IG Metall. Neben vielen Zeitarbeitern, die hier sowieso keine Relevanz zu haben scheinen und deshalb auch nicht zur Interessensklientel der Gewerkschaft der Metallarbeiter gehören, werden tausende Mitarbeiter aus der Stammbelegschaft gestrichen. BMW will es mit der Rendite von Mercedes aufnehmen, die eigene liegt nur bei sechs Prozent, die Umsatzrendite vom schwäbischen Autohersteller hingegen bei neun Prozent.
Stellenabbau im Namen der Rendite? Kneift die IG Metall deshalb beide Augen zu? Wo ist sie hier, die sonst so streitbare Gewerkschaft? Seltsam mag dies für einen Außenstehenden anmuten. Oder hat man vielleicht gar irgendetwas verpasst? Und was soll es dann, dass in dem Werk Spartanburg, das in den Vereinigten Staaten liegt, und in China, sogar zusätzliche Arbeiter eingestellt werden? Billigarbeiter contra Qualität? BMW, die Bayerischen Motorenwerke, einst bekannt für gute deutsche Wertarbeit, entlässt deutsche Arbeiter zu Gunsten der billigeren Produktion im Ausland? Und die IG Metall schaut einfach so zu oder besser gesagt: weg. Ein schönes Weihnachtsgeschenk, das den in Deutschland von BMW beschäftigten Mitarbeitern gemacht wird. Und alles nur im Namen der Rendite.
Ob da vielleicht gedacht wird, dass vom Existenzverlust bedrohte Arbeiter bessere Arbeit leisten? Oder dass die Deutschen eher wieder BMW kaufen, um die Rendite zu erhöhen? Denn wer hofft, dass die von BMW hergestellten Fahrzeuge nach der Ausweitung der Auslandsproduktion und Einschränkung der Inlandsproduktion in Zukunft weniger kosten werden, wird in die Röhre schauen.
Entlassungen nun auch bei BMW, Fröhliche Weihnachten kann man da nur sagen. Die IG Metall scheint eh längst in den Feiertagen zu weilen …
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