SPD will Tempo 130 auf der Autobahn
Bröckelt eine der letzten Bastionen deutscher Autofahrer? Mit dem Entschluss des SPD-Parteitages, ein Tempolimit von 130 auf den Autobahnen einzuführen, haben die Genossen den Gipsverband für Bleifüße aus der Schublade geholt und dabei Rückendeckung der Grünen und Linken. Mit dieser Mehrheit wollen sie den hoch gezüchteten Motoren und ihren Besitzern aus Gründen der Sicherheit und der Umwelt die (parteipolitisch) rote Karte zeigen.
Grünes Licht für das Vorhaben werden sie von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) nicht erhalten. „Mit mir wird es das nicht geben“, machte sie deutlich und steht mit ihrer Meinung nicht allein auf weiter Flur. Eine Geschwindigkeitsbegrenzung, sagen Verkehrsexperten, diene weder dem Umweltschutz noch erhöhe es die Verkehrssicherheit. Autobahnen seien im Vergleich zu anderen Straßen und unter Berücksichtigung des Verkehrsaufkommens wesentlich sicherer, heißt es von Seiten des Allgemeinen Deutschen Automobilclubs.
Die bisherigen Versuche, sich auf Tempo 120 bzw. jetzt 130 auf Autobahnen zu verständigen, waren bislang immer gescheitert, weil in den Reihen beider Volksparteien Widerstand aufkeimte. Das Umdenken der SPD wird jetzt mit dem Klimaschutz begründet. Das Tempolimit sei ein einfacher und unbürokratischer Weg, etwas für die Umwelt zu tun. Dass es auch ohne Vollgas geht, zeigten Länder wie die Niederlande, Frankreich und Österreich.

