Kein Tanz mehr ums goldene Kalb?
Besucher von Autoshows oder -messen kennen es inzwischen gar nicht mehr anders: Kaum haben sie die Hallen betreten, stehen sie im Rampenlicht hunderter Scheinwerfer in allen Farben, sehen sie nur noch knapp bekleidete Mädels um die Karossen tanzen und stehlen die Effekte manchem Wagen schlicht die Show. Tokio bildete da keine Ausnahme, rudert in diesem Jahr aber kräftig zurück.
Immer noch gibt es Tanz, Musik und andere Einlagen, aber sie treten deutlich in den Hintergrund. Die eigentlichen Stars eines jeden Autosalons, die neuen sowie die Erfolgsmodelle, kommen langsam aus ihrem Schattendasein. Das Produkt steht wieder im Mittelpunkt. So sollte es auch sein - nichts gegen nette Hostessen und ein wenig Trara. Der Wandel in Tokio kommt allerdings nicht von ungefähr. Die fernöstliche Autoindustrie steht mitten im Umbruch und hat vielerlei Probleme. Toyota musste erst kürzlich 470.000 Fahrzeuge in Japan zurückrufen.
Hinzu kommen die immer schlechteren Platzierungen in allen möglichen Rankings. Bestes Beispiel sind die Pannenstatistiken. Hier sacken die Japaner immer mehr ab, was zu deutlichen Image-Schäden geführt hat. Um dem entgegenzuwirken werden die Hersteller besonders im Bereich vom Klima und Emissionen aktiv. Wie schon bei anderen Veranstaltungen dieser Art stehen auch in Tokio deshalb Umwelt und Öko bei allen Anbietern an vorderster Front.

