Wenn das Navi nur Bahnhof versteht
„An der nächsten Kreuzung links abbiegen. In 100 Metern haben Sie Ihr Ziel erreicht“, die monotone, wenngleich freundliche Stimme eines Navigationsgerätes erklingt in immer mehr Fahrzeugen. Bei Neuwagen gehört das Navi schon fast zum Standard. Ansonsten gibt es im Elektrohandel für unter 200 Euro bereits Geräte mit Kartenmaterial für Deutschland und das benachbarte Ausland. Statt auf den Straßenplan zu gucken, verlässt man sich auf die Technik und landet, wenn das Gerät nur Bahnhof versteht, im Wald.
Für die 22jährige, die eigentlich ins Sauerland fahren wollte und ihrem treuen Begleiter das Ziel Nachrodt nannte, wird darüber nicht lachen können. Sie erlebte eine kleine Odyssee. Das Navigationsgerät wollte der jungen Frau einen längeren Ausflug gönnen und verlegte den sauerländischen Ort kurzerhand nach Sibirien. Die Fahrerin folgte den Anweisungen fast schon blindlings. Spätestens, als es in einen Wald ging, hätte sie sich wundern sollen. Dort endete die Fahrt auch, weil ein Ast den Motor blockierte.
Damit nicht genug, gab sie der Polizei per Handy die Koordinaten an, die auf ihrem Navi standen. Die Beamten staunten nicht schlecht über den Notruf mit den Daten aus Sibirien. Sie fanden die Frau trotzdem, nach eineinhalb Stunden Suche. Hätte sie nicht gehupt, hätte es vermutlich noch ein wenig länger gedauert, ehe ein Landwirt ihr zu Hilfe kam.

