Die Geschichte von dem 85jährigen Rentner, der sich kürzlich aufgrund einer Umleitung von Dortmund in die Niederlande verirrt hatte und dort erst stoppte, als der Sprit ausging, mag zum Schmunzeln anregen. Sie zeigt aber auch, dass Senioren sich bei für sie ungewohnten Situationen im Straßenverkehr schnell verunsichert zeigen. Hinzu kommen Unachtsamkeit sowie Probleme mit Gehör und Augen. In tausenden von Fällen hat das bereits zum Führerscheinentzug geführt.
Verkehrsforscher stellen daher eine recht ungewöhnliche Forderung auf, die nicht überall auf Gegenliebe stößt. Sie verlangen den Seniorenführerschein, mit dem Rentnerinnen und Rentner, die schon einmal aufgefallen sind, nur in einem Radius von 50 Kilometern um ihren Wohnort fahren dürfen. Die vertraute Umgebung mache es ihnen leichter. Studien sollen das untermauern.
Von Einschränkung und dem Entzug der Routine spricht die Deutsche Verkehrswacht in Bonn. Die Experten dort brechen eine Lanze für ältere Fahrer, die weit weniger durch Unfälle auf sich aufmerksam machten als beispielsweise junge Raser. Laut Statistik machen die unter 25jährigen 28 Prozent der Unfallverursacher aus, während über 65jährige nur auf sechs Prozent kommen. Zudem, sagt der Allgemeine Deutsche Automobilclub, wüssten ältere Menschen sehr wohl, wenn sie nicht mehr fähig sind, ein Auto zu steuern.
Altersbedingt läßt das Sehvermögen und die Reaktionsschnelligkeit nach. Somit ist es nachvollziehbar, daß sich das Verkehrsunfall-Risiko alter Menschen erhöht. Verantwortungsbewußte alte Menschen werden dann auf das Auto verzichten.
Diese Personengruppe ist also ganz natürlich auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Und da sich die Zahl alter Menschen in Deutschland prozentual in den vergangenen Jahrzehnten erhöht hat und tendenziell weiter steigt, ist ein ausreichendes Angebot an öffentlichen Verkehrsmitteln sehr wichtig.
Nun hat aber Bundeskanzlerin Merkel im letzten ZDF-Sommerinterview (26.8.2007) u.a. gesagt:
“Wir werden die Bahn privatisieren”
Privatisierung hat aber fast immer negative Folgen für den Bürger
(Werner Rügemer: Privatisierung in Deutschland).
Erkunden Sie doch mal spielerisch die zu erwartenden Folgen der Bahnprivatisierung mit BAHNOPOLY:
www.campact.de/bahn/opoly/start