Das deutsche System der KFZ Versicherung/Autoversicherung
Eine Kfz-Haftpflichtversicherung dient dem Schutz Dritter bei Unfällen und umfasst das gesetzlich vorgeschriebene Minimum an Versicherung. Weiterhin stehen Pkw-Haltern in Deutschland mehrere Optionen, ihr Auto noch umfassender abzusichern, zur Verfügung: Teil- und Vollkaskoversicherungen beinhalten mit verschiedenen Selbstbeteiligungssätzen auch Kostenübernahmen für Schäden am eigenen Pkw nach Unfällen, Vandalismus, Naturkatastrophen, Diebstahl, Wildschäden oder auch bei Glasbruch durch Steinschlag etc.
Entsprechend der Selbstbeteiligung, aber auch der Anzahl schadenfrei gefahrener Jahre variiert der zu zahlende Beitrag sowohl für die Haftpflichtversicherung wie auch für Teil- oder Vollkasko zum Teil erheblich. Unabhängig von der Wahl der Schadendeckungsart spielen auch die Zahlungsweise des Versicherungsnehmers (monatlich, viertel-, halbjährlich oder jährlich), die Einteilung nach Typen- oder Regionalklassen, das Alter und Geschlecht des Fahrers wie auch der Wohnort bzw. Zulassungsbezirk eine entscheidende Rolle bei der Höhe der zu leistenden Versicherungsprämie.
Natürlich bieten alle Versicherungsunternehmen aber auch Rabatte an, beispielsweise einen Garagenrabatt, falls der Pkw in einer Garage untergebracht ist. Rabatte gibt es häufig auch je nach gefahrenen Kilometern (Wenigfahrer-Rabatt), Anzahl der Fahrer (Partner-Rabatt) oder für Familien mit Kindern (Familienrabatt). Nicht jede Versicherung bietet jeden Rabatt in der gleichen Höhe an, hier lohnt sich ein Nachfragen bei der Versicherung.
Typenklassen in Deutschland
Unter Typklasse oder Typenklasse versteht man die jährliche Einteilung der Versicherungen nach statistischer Wahrscheinlichkeit von Schäden bei einem Fahrzeugtyp. Je nachdem ob man sein Auto mit dem gesetzlichen Minimum (Kfz-Haftpflichtversicherung) absichert oder auf Erweiterungen des Versicherungsschutzes (Teil- oder Vollkasko) zurückgreift, können Unterschiede bezüglich der Ab- oder Hochstufung beobachtet werden. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) gibt jährlich im Typklassenverzeichnis heraus, das aufgrund besserer Vergleichbarkeit seitens der Versicherungsnehmer für alle Versicherungsgesellschaften bindend ist.Schadenfreiheitsklassen in Deutschland
Neben der Typenklasse spielt auch die Schadenfreiheitsklasse eine große Rolle bei der Höhe des Versicherungsbeitrags. Die Schadenfreiheitsklasse richtet sich nach der unfallfrei gefahrenen Zeit während der Zeit als Versicherungsnehmer. Je länger man also fährt und je länger man unfallfrei fährt, desto günstiger werden die Beiträge. Für Fahranfänger bedeutet das, dass sie die höchsten Prämien, meist 240% des eigentlichen Beitragssatzes, zahlen müssen. Die günstigsten Beitragssätze zahlen Fahrer, die bereits viele Jahre ohne einen Unfall fahren.Die Schadenfreiheitsklasse wird auch gern als Schadenfreiheitsrabatt bezeichnet. Ist doch einmal ein kleinerer Unfall geschehen, wird man aber nicht automatisch herabgestuft: Die Herabstufung droht erst für das nächste Versicherungsjahr, sie kann aber auch umgangen werden. Entweder zahlt man kleinere Unfall-Schäden aus der eigenen Tasche und schaltet die Versicherung dabei nicht ein oder man verfügt über einen sogenannten Rabatt-Retter: Gegen einen kleinen Aufschlag auf den Versicherungsbetrag zeigt sich die Versicherung kulant und regelt kleinere Unfälle auch ohne dass die Versicherungsbeiträge im nächsten Jahr steigen.
Wechselt man seine Kfz-Versicherung, können Schadenfreiheitsrabatte ohne Verlust zur neuen Versicherung übertragen werden.





