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Nachtsicht-Assistent

„Nachts sind alle Katzen grau“ – dieses alte deutsche Sprichwort ist bereits ein Hinweis auf die Schwierigkeiten, mit denen jeder Autofahrer nachts konfrontiert wird. Zwar erhellen Scheinwerfer den unmittelbaren Bereich vor einem Kraftfahrzeug, aber in Gefahrensituationen reicht diese Sichtstrecke oft nicht aus, um angemessen auf Hindernisse reagieren zu können. Nicht ohne Grund häufen sich in den Stunden zwischen Abend- und Morgendämmerung die Unfälle mit Wildtieren und manchmal auch mit Menschen.

Aufgrund dieser Problematik arbeiten die einzelnen Automobilhersteller und deren Zulieferer an Lösungen, mit denen sich der Sichtbereich des Fahrers soweit erweitern lässt, dass alle wichtigen Informationen aufgenommen und verarbeitet werden können. Neben intelligenten Scheinwerfern, die beim Durchfahren einer Kurve diese wesentlich besser ausleuchten ist in den letzten Jahren auch immer wieder mit Nachdruck an sogenannten Nachtsicht-Assistenten gearbeitet wurden.

Diese basieren auf einem ähnlichen Prinzip wie Nachtsichtgeräte, die bei den verschiedenen Streit- und Ordnungskräften zum Einsatz kommen. Für den Einsatz in Pkws gehen die Entwickler dabei zwei unterschiedliche Wege. Auf der einen Seite stehen aktive Nachtsicht-Assistenten: Geräte aus dieser Gruppe senden ein eigenes Infrarotsignal aus und verarbeiten die empfangenen Daten zu einem wahrnehmbaren Bild. Eine aktiv arbeitende Infrarot-Kamera hat den großen Vorteil, dass ein weiter Bereich vor dem Fahrzeug ausgeleuchtet werden kann.

Leider gehen dabei einige wichtige Bildinformationen verloren. Passive Nachtsicht-Assistenten nehmen dagegen die Eigenstrahlung der Objekte auf und zeigen wesentlich schärfere Bilder, was gerade im Straßenverkehr von übergeordneter Bedeutung ist. Welches der beiden Verfahren sich letzten Endes auf dem Markt durchsetzen wird, kann heute noch nicht sicher vorhergesagt werden.

Daneben unterscheidet sich auch die Darstellung der Bilder im Innenraum. Während einige Hersteller die entsprechenden Bildschirme im Armaturenbrett verbauen, wandern andere Modelle immer weiter in Richtung der Windschutzscheibe. Hier wird der Trend wahrscheinlich langfristig zu sogenannten Heads-Up-Displays gehen, in denen die Infrarotbilder und der tatsächliche Sichtbereich miteinander kombiniert werden können.