Innenstadtmaut / City-Maut
Obwohl die letztgenannte Variante auch vereinzelt in Deutschland existiert, sind Autofahrer hierzulande bisher um eine Innenstadtmaut herumgekommen, da sich die Politik für eine andere Lösung entschieden hat. Bei einigen der europäischen Nachbarn sieht die Situation dagegen etwas anders aus: Die Nutzung innerstädtischer Straßen ist für Kraftfahrzeuge hier mit einer Gebühr verbunden. Was verfolgen die einzelnen Kommunen aber mit dieser Strategie?
Grundsätzlich verbergen sich hinter der Entscheidung für eine Innenstadtmaut mehrere Gründe. Durch das eingenommene Geld lässt sich der kommunale Haushalt deutlich entlasten, was sicher von einer überwiegenden Mehrheit der Autofahrer als Hauptgrund für die Einführung angesehen wird. Dazu gesellen sich auch ökologische Gesichtspunkte, da aufgrund der Maut zumindest theoretisch das Verkehrsaufkommen sinken sollte.
Um diesen Grundsatz in die Praxis umsetzen zu können, müssen allerdings mehrere Voraussetzungen erfüllt werden. Erstens ist ein entsprechendes Nahverkehrsnetz von besonderer Bedeutung, um die Mobilität der Einwohner erhalten zu können. Punkt 2 betrifft die Berechnung der Innenstadtmaut: Feste Abgabenmodelle, die ein unbegrenztes Einfahren ins Stadtgebiet nach Entrichtung der Gebühr ermöglichen, tragen nur im kleinen Maßstab zur beabsichtigten Verkehrsberuhigung bei.
Wesentlich wirkungsvoller ist dagegen ein flexibles Innenstadtmaut-Modell, welches mit einem Sinken des Verkehrs gleichzeitig zum Ansteigen der Lebensqualität in stark frequentierten Bereichen führt. Ein weiteres Pro-Argument für Straßenbenutzungsgebühren in Ballungsräumen ist die gezielte Steuerung des Verkehrsaufkommens, wodurch sich Staus spürbar reduzieren lassen. Obwohl für Autofahrer in jedem Fall ein Ärgernis stellt die Innenstadtmaut aus städteplanerischer Sicht durchaus ein Instrument zur nachhaltigen Verkehrs- und Raumplanung dar.







