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Allradantrieb

Im Allgemeinen verfügen Kraftfahrzeuge über einen Vorderrad- oder Hinterradantrieb. Bei Geländewagen findet jedoch der Allradantrieb üblicherweise Verwendung. Mit dieser Technik wird die Traktion erhöht, das heißt, die Umsetzung der Antriebskraft in eine beschleunigende Kraft ist mit einem Allradantrieb effizienter. Aber nicht allein Geländewagen verfügen über einen Allradantrieb, denn die Erhöhung der Traktion spielt beispielsweise auch bei Sportwagen eine Rolle. Deshalb besitzen auch diese nicht selten einen Allradantrieb. Daneben ist ein Allradantrieb auch häufig bei Lkws und Traktoren zu finden.

Die Technik des Allradantriebes ist relativ alt: Das erste Modell, das über einen Allradantrieb verfügte, wurde bereits um die Jahrhundertwende von Ferdinand Porsche entwickelt. Dabei handelte es sich um ein Elektroauto, bei dem die vier einzelnen Räder mit je einem Motor betrieben wurden. Anwendung fand das weiterentwickelte Konzept zunächst im militärischen Bereich. Erst 1972 stellte Subaru mit dem Leone 4WD Station Wagon das erste in Großserie produzierte, zivile Straßenfahrzeug mit zuschaltbarem Allradantrieb vor. 1980 folgte mit dem Audi quattro das erste in Großserie gefertigte, zivile Straßenfahrzeug mit permanentem Allradantrieb, nachdem verschiedene Hersteller zuvor bereits Kleinserien mit permanentem Antrieb aufgelegt hatten.

Nachteilig beim Allradantrieb ist das schlechte Zusammenspiel mit dem ABS-System aufgrund der nicht vollständig vom Antrieb entkoppelbaren Räder – zumindest teilweise Abhilfe schafft hier eine Haldex-Kupplung. Ein anderer Nachteil besteht in dem höheren Treibstoffverbrauch und dem in der Regel etwas verkleinerten Kofferraum. Der weitverbreitete Irrtum, mit Allradantrieb fährt man sicherer auf verschneiten oder nassen Fahrbahnen, erhöht zudem das Unfallrisiko, denn beim Bremsen schneiden andere Fahrzeuge genauso gut, wenn nicht sogar besser ab.

Grundsätzlich unterscheidet man differenzial- und kupplungsgesteuerte Allradantriebe. Bei dem differenzialgesteuerten Allradantrieb handelt es sich um einen permanenten Allradantrieb, bei dem die Antriebskraft über ein Zentraldifferenzial sowohl auf die Vorder- als auch auf die Hinterachse übertragen wird. Bei kupplungsgesteuerten Allradantrieben hat man die Wahl, ob man mit Allrad oder nur über einen Vorder- oder Hinterradantrieb fahren möchte.